Dienstag, 27. September 2011

29.08 – 27.09.2011 Indonesien - Bali, Gili Islands, Lombok

Hallo Freunde,

es ist schon wieder ein extrem schneller Monat vergangen und ich habe mir in dieser Zeit mal so richtig die Sonne auf den Pelz scheinen lassen, denn nachdem ich erfolgreich den Van und mein sonstiges Hab und Gut an den Mann bzw Frau gebracht habe, habe ich mir einen Urlaub vom Urlaub gegoennt. Ich habe ein viel zu teures Ticket nach Denpasar auf Bali (Indonesioen) gebucht. Eine Alternative waere gewesen nach Neuseeland zu fliegen. Da ich aber nur einen Monat Zeit habe, weil am 2.10. Freunde aus Deutschland nach Sydney zu Besuch kommen, habe ich mich dann doch fuer die heisse, trockene und asiatische Variante entschieden – und ich habe es wirklich keine Sekunde bereut.

Eigentlich war ich vorher nicht ganz von Suedost-Asien ueberzeugt aber nachdem ich in Australien so viel tolles davon gehoert habe, dachte ich mir, ich gebe dem ganzen Mal eine Chance. 
Also hab ich die ersten Naechte am Soka Beach im Westen der Insel verbracht.
Am Flughafen angekommen wird man von einer Horde Taxifahrer empfangen die sofort die besten Freunde sind, die man sich vorstellen kann, zumindest bis zu dem Punkt an dem man ihnen sagt, dass man nicht mit ihnen mitfahren moechte. Das Hotel in dem ich unterkomme, hat mir angeboten mich fuer 350.000 Rupiah vom Flughafen abzuholen. Das sind ca. 30 Euro. Kleine Info: I Euro ist umgerechnet ca. 12.000 Rupiah.
Da ich mir dachte, dass die damit nur Geld machen wollte, habe ich den Airport Shuttle nicht gebucht, weil ich dachte ich komme viel viel guenstiger dahin wenn ich direkt vor Ort frage... Denkste... Der Preis, den die Taxifahrer haben wollten fing grundsaetzlich bei 500.000 Rupiah an, die ham se doch nicht alle. Naja, einen Taxifahrer hatte ich dann soweit, dass ich ihm 380.000 Rupiah zahle. Da es schon fast 1 Uhr nachts war und ich echt total muede war, habe ich eingeschlagen und er hat mich ins fast 2 Stunden entfernte Soka gefahren. Auf der Karte Balis sehen die Entfernungen alle sehr klein aus, aber die Strassen sind oft nicht im besten Zustand und von Verkehrsregeln haben hier die wenigsten etwas gehoert... Auf Bali leben glaube ich ca. 3 Mio Menschen. 2 Mio oder mehr haben nach eigenen Schaetzungen einen Roller. Kein 50ccm sondern das sind hier alles Mopeds mit mindestens 125ccm. Es wird von allen Seiten ueberholt und es stellt sich heraus, dass ein Roller die einfachste und schnellste Moeglichkeit ist von A nach B zu kommen. Die Roller werden auch als allgemeines Transportmittel verwendet. Ab und an findet man Roller auf denen eine ganze Familie beispielsweise zum einkaufen faehrt. Da faehrt der Vater, vor ihm steht sein 4 jaehriger Sohn. Hinter ihm sitzt seine Frau und auf ihrem Schoss das Frischgeborene. Das ganze zusammen nennt man dann Bali Minivan... Da in der Familienkasse auch nicht so viel Geld ist, tragen nur die Eltern einen Helm ;-)
Anderswo findet man auch Roller womit Futtergras fuer Kuehe, 5 Kisten Bier, oder Chipstueten transportiert werden. Um Weg zu sparen wird die Karre dann mehr als vollgepackt. Genauso wirds aber auch bei LKWs und PKWs gemacht...
In Soka habe ich 2 andere junge Deutsche kennengelernt mit denen ich fuer ein paar Tage Sightseeing gemacht habe. Hab mir Straende angeschaut, bin mit nem Roller durch die Gegend gefahren. Hat Spass gemacht.



Von Soka bin ich dann nach 3 Naechten dann nach Sanur in ein Hostel namens Big Pineapple gezogen. Ein echt klasse Ort und jedem jungen Menschen oder jungen Paerchen rate ich dort fuer ein paar Naechte zu stoppen. Tolle Leute, klasse Atmosphaere, ein Swimming Pool, freies Internet, sauber. Die Nacht kostet umgerechnet 7 Euro. Es wird von einem in der Schweiz geborenen Australier betrieben und das merkt man auch. Er hat alles selber gebaut und es ist alles sehr gute Qualitaet - ein kleiner Geheimtip ;-)

Neben dem Hostel gibt es einen Padi Dive Center der fuer Hostelbewohner 10% Discount gibt also habe ich mich ganz kurzfristig dazu entschieden die Open Water Diving Licence zu machen. Hat mich ca. 240 Euro gekostet. Im Vergleich zu beispielsweise Australien ist das guenstig, sehr guenstig ;-) Insgesamt habe ich in Bali und den Gilis 9 Tauchgaenge gemacht. In Korallenriffen, an nem Schiffswrack an Inseln und in Buchten. Es ist eine Sucht und es macht unheimlich Spass. Ich komm ausm Schwaermen gar nicht mehr raus und ich kann jedem nur ans Herz legen einmal einen Tauchgang zu machen, dann werdet ihr verstehen was ich meine. Und als kleine Anregung: Der Mensch weiss aber ueber die Mondoberflaeche als ueber den Meeresgrund. Also probierts aus...









Aber auch wenn man nicht tauchen geht, kann man viel sehen. Ein Schnorchelset gibt einem ebenso einen gigantischen Einblick in das Leben unter der Wasseroberflaeche.




In Sanur habe ich auch Chris und Tom, 2 Englaender, kennengelernt. Das waren echt top Typen. Haben uns auf Anhieb verstanden. Haben zusammen Sightseeing-Trips gemacht, in die Kunststadt Ubud, zu den wunderschoenen indonesischen Reisterassen und Tempeln. Eine super Erfahrung, tolle Bilder und viel Spass. Dazu kann man auf Bali Fahrer buchen, die einen fuer ca 30 Euro den ganzen Tag durch Land fahren und anhalten wo man moechte oder nicht moechte. Je nach Englischkenntnissen koennen einem die Fahrer auch viel Wissenswertes erzaehlen und es ist die wohl beste Moeglichkeit das Land zu sehen.







Ich habe mich auch im Surfen probiert. Bin dafuer nach Kuta gefahren, habe mir am Strand ein Surfbrett ausgeliehen, bin ins Wasser gestiegen, hab mich aufs Brett gelegt, gewartet, die erste grosse Welle mitgenommen und ganz ganz bitter klaeglich gescheitert :-) :-D So gings dann fuer eine Stunde bis ich vor Erschoepfung nix mehr konnte. Ich bin einfach hoffnungslos schlecht in diesem Sport... Und es ist glaube ich einer der ganz ganz wenigen Sportarten wo man sieht wies geht aber man es nicht mal ansatzweise schafft es zu kopieren. Man braucht viele Surfstunden bei einem Lehrer und muss dann taeglich fuer 2 Jahre trainieren um es etwas in den Griff zu bekommen. Dafuer bin ich aber zu geizig und ungeduldig, also habe ich das Surfen nach 2 Tagen sein gelassen ;-) Zumindest sah ich gut mit dem Brett in der Hand aus :-) hehe



Von Sanur sind Tom, Chris und ich dann ins 3 Stunden entfernte, im Nordosten der Insel liegende Amed gefahren. Dort haben wir zusammen 2 Naechte verbracht und mit Rollern die Umgebung erkundet. So eine tolle Gegend, mit Schiffswracken zum tauchen und schnorcheln, tollen Bergen, einem Vulkan und wenig Tourismus. Da Chris berufsbedingt zurueck musste und ich das Land sehen wollte, ebenso wie Tom, haben wir uns auf unsere neuen Roller geschwungen und sind dann an der Nordkueste entlang Richtung Nordwesten um dort auf Manjagan Island zu schnorcheln. Als wir angekommen waren mussten wir aber leider feststellen, dass man auch zum schnorcheln ein Boot mit Fahrer chartern muss um dorthin zu kommen, also haben wir uns kurzfristig dazu entschieden weitere 2 Tauchgaenge an der Insel zu haben ;-) Tolle Erfahrung, hat grossen Spass gemacht. 

Noch in Amed haben Tom und ich dann auch schon Tickets fuer unseren Trip nach Gili Island gebucht. Nach Amed sind wir dann auch wieder zurueck und haben uns aufgemacht auf die so hoch gelobten 3 Nachbarinseln, die zur Insel Lombok, oestlich von Bali, gehoeren. Und die Leute haben nicht uebertrieben. 3 kleine Inseln, Gili Trawangan, Meno und Air, eine schoener als die andere, weisser Sand, tuerkises Wasser, Wahnsinns Korallen, maechtiger Fischreichtum, Schildkroeten und kein einziges Auto auf der Insel. Man kann jede Insel in maximal 1 - 1,5 Stunden umrunden. 
Nach ein paar Tagen Gili T habe ich mich dann von tom getrennt um die anderen 2 Inseln zu erkunden. Gili T ist die sogenannte Partyinsel. Viele Touristen, Bars, Restaurant und Musik. Gewoehnungsbeduerftig.... Habe ich nicht so gemocht. Ein weiterer Minuspunkt ist das Drogengeschaeft. Auf den Inseln gibt es keine Polizei, weswegen sehr offen damit umgegangen wird. Man wird staendig gefragt ob man was haben moechte oder was braucht. Da gehts ueber Gras zu Magic Mushrooms (pilzen) bis zu Pillen. Voll krass. Deswegen bin ich dann auch da weg und weiter nach Gili Meno. Da war dann das genaue Gegenteil der Fall. Eine Totenstille auf der Insel. Da ich aber alleine unterwegs und auf der Insel NUR Paerchen waren wurde ich schnell genervt und war froh dass ich nur eine Nacht da verbracht habe und weiter nach Gili Air gefahren bin. Die Verbindung zwischen den Inseln ist sehr sehr einfach. Man kauft sich fuer 1,5 Euro ein Public Boot Ticket und faehrt dann innerhalb von 15 Minuten zur naechsten Insel.
Gili Air hat mir am besten gefallen. Es war eine gute Mischung der anderen 2 Inseln. Zwar immernoch ruhig aber nicht so ruhig dass man sich langweilt. Viele junge Leute und ein paar Restaurants und Bars. Eine gemuetliche Atmosphaere mit tollen Schnorchelspots.
Geschlafen habe ich auf allen Inseln immer relativ gut und guenstig in Bungalows oder "Homestays" fuer umgerechnet 7-12 Euro, manchmal guenstiger. Fruehstueck war immer drin, es gibt grundsaetzlich Banana-Pancake... soooooo gut :-)








Nach einer weiteren Nacht auf Gili Air gings dann auf die grosse Nachbarinsel von Bali - Lombok. Dort habe ich einen Trip auf den Mount Rinjani gebucht. Chris hat mir den Trip empfohlen also dachte ich mir "Auf gehts Junge, mach mal was. Genug am Strand gelegen!" :-)
Sind in ner Gruppe den Berg hochgestuerzt. Es find flach an und wurde im Minutentakt steiler und steiler. Ich habe diesen Berg gehasst. Jeder Schritt tat weh. Je steiler der Berg wurde, desto kuehler und windiger wurde es aber. Der ganze Trip hoch hat 9 Stunden gedauert, mit Mittagspause usw. Man zahlt fast 100 Euro fuer den Trip, echt viel, wenn man bedenkt dass man seinen Rucksack immernoch selber traegt und sein ganzes eigenes Gewicht immernoch den Berg hochschleppt. Aber es gibt Porter, die die Zelte, das Essen und Wasser tragen. Das sind kleine Einheimische, die mit nichts weiterem als Flip-Flops an den Fuessen und 2 grossen Koerben den Berg hochwatscheln. Das Korbgestell hat dann insgesamt ein Gewicht von 20-25 kg. Die Hoelle und die Jungs machen das jeden Tag und verdienen so ihr Geld. Es ging ueber Stock und Stein, Wurzeln und je hoeher man kam, desto unbegehbarer wurde der Pfad, zum Schluss war es nur noch loses Gestein, man machte 2 Schritte vor und ist einen wieder runtergerutscht. Meine Beine haben mir noch ne Woche danach dafuer gedankt.





Nach 9 Stunden waren wir aber immernoch nicht oben, sondern am Kraterrand. Von dort sind die anderen am naechsten Tag dann Richtung Gipfel, ich habe ein verkuerztes Ticket gebucht, durfte am naechsten Tag also wieder runter laufen, hat mich aber nur 3,5 Stunden gekostet... Dieser Berg war die Hoelle...
Die Nacht haben wir am Kraterrand verbracht, in kleinen Zelten auf ner hauchduennen Isomatte und ich hatte das Pech nen viel zu kleinen Schlafsack zu erwischen. Es waren 5-10 Grad, der Wind fegte nur so ueber uns. habe vielleicht 2 Stunden geschlafen und mir alles wundgelegen, bin ja keine zarte Fee.

Der Ausblick vom Kraterrand war aber mehr als wunderschoen. Es war gigantisch, ein Traum. Sowas habe ich noch nie in meinem Leben gesehn. Man fuehlt sich so klein, winzig klein, alles wirkt so gross um einen...










Nach 4 Wochen Indonesien gings dann aber wieder zurueck nach Australien, genauer Sydney, um auf meine deutschen Freunde Andrej und Ulli zu warten, die fuer einen 3 woechigen Besuch hierher kommen. Thomas wird auch wieder dabei sein. Damit ist die alte WG wieder vereint und bereist gemeinsam Down Under. Wir mieten einen Van und duesen fuer 3 Wochen rum... Wo genau es hingeht weiss noch keiner, das wird sich kurzfristig ergeben. Das ist ja der Reiz der ganzen Sache ;-)
So sitze ich also hier, schaue aus dem Fenster, es regnet!! Ich denke an Bali und finde "Ja Junge, das hast du gut gemacht!!!" Bin sehr gluecklich und dankbar fuer diese Erfahrung.
Wie es weitergeht.... Ach egal... ;-) Bald hoert ihr wieder von mir! Vermiss euch zu Hause...

Sonntag, 28. August 2011

18.08.-28.08.2011 Endlich mal wieder ein Erfolgserlebnis...

Sooo...
In Sydney angekommen, habe ich erst einmal 3 Naechte bei meinen neuen Freunden Lesia und Michael geschlafen. Sie sind echte Freunde geworden und wir sind auf einer Welle... Viel Spass...

Habe auch vorher schon meinen Van im Internet gehabt. Fuer Sydney habe ich 2700$ den in Sydney reingestellt. Es haben sich auch tatsaechlich ein paar interessierte Personen gemeldet die ihn schon vorher sehen wollten. Sonntag bin ich angekommen und Montag gings nach Bondi Beach, da war ich mit ner deutschen Backpackerin verabredet, Julia 29. Sie hat sich den Van angeschaut und nach einer kurzen Probefahrt wurde der Deal fuer 2500$ per Handschlag besiegelt. Yes... :-) Jetzt kanns endlich weitergehen... Hab mich unendlich gefreut... Wieder Geld aufm Konto... Man glaubt gar nicht was fuer ein beruhigendes Gefuehl das in der Hose macht ;-)

Da ich auf einer Welle der Euphorie getragen wurde, habe ich dann einen Tag spaeter direkt einen Flug nach Bali/Indonesion gebucht... :-) Ist zwar etwas teuer, aber am 29.08. geht mein Flieger und erst 4 Wochen spaeter gehts dann wieder zurueck... Ich will viele Sachen machen, Surfen, Tauchen, die Insel sehen... Ich weiss aber noch gar nicht was auf mich zukommt... Egal... No Risk No Fun...

Am Mittwoch ist auch mein guter Freund Henner in Sydney angereist... Er hat die letzten 3 Monate in Australien verbracht und ist von Cairns nach Sydney gereist... Meine Guete, der Mann hat mehr gesehen als ich in mittlerweile 8 Monaten... Puh... Aber ich arbeite daran, jetzt gehts los ;-)
Haben jetzt gemeinsam ein paar schoene Tage erlebt. Habe etwas Stadtfuehrer gespielt und mal wieder ins Backpackerleben reingeschnuppert, ein Zimmer mit 5 Leuten teilen, in der selben Kueche mit vielen Reisenden kochen, abends mit wildfremden Menschen Gespraeche anfangen... Ich liebe dieses Leben!!!







Naja, morgen geht mein Flug um 11....
Ich werde sicher Millionen hammergeile Bilder machen und hier posten...

Wuensche euch alles Gute weiterhin :-*
Euer Ilia

Mittwoch, 17. August 2011

13.08. - 17.08. Same Shit, Different Day....

Da bin ich nun wieder, Mildura...
Eigentlich hatte ich mit dem Kapitel abgeschlossen, aber mein Van bringt mich wieder zurueck. Er verbraucht einfach zu viel. Es wuerde sich kein Roadtrip lohnen, es tut einfach weh zu sehn wie die Nadel fast beim Angucken schon sinkt und der kleine 45l Tank schon nach 300km alle ist... Der Plan war ihn schnellstmoeglich zu verkaufen, ein neue Muehle zu finden und dann loszufahren...
Mildura ---> Ayers Rock ---> Darwin ---> Broome ---> Perth

9000km in 6 Wochen. 6 Wochen, da am 02.10. schon Andrej und Ulli nach Sydney zu Besuch kommen.

Naja mein Megaplan wurde aber ziemlich schnell mit der Realitaet konfrontiert. Der Van geht einfach nicht so leicht weg und was neues in meiner Preiskategorie ist hier offensichtlich auch nicht aufzutreiben. entweder man ist bei schrottmuehlen unter 1000$ wo man direkt weiss dass die es nicht mal aus der stadt schaffen oder es geht bei ueber 4000$ weiter. Zu viel Geld im Moment fuer mich...

Naja, Plan B ist einfach nach Sydney zu fahren, versuchen den Van in Kings Cross, wo ich die Muehle aufgegabelt habe, zu verkaufen und dann waehrend einem Nebenjob auf Familie Janzen zu warten. Ich denke dieser Plan wird in die Tat umgesetzt werden, auch wenn ichs nicht will, es bleibt mir keine andere Wahl.

Etwas erfreuliches gibt es aber zwischendurch auch mal wieder. Habe mich fuer das 2. Visum beworben und nach nur 2 Tagen die Zusage bekommen... Der Druck ist wieder etwas raus und ich kann in Ruhe planen wie es hier weitergehen soll. Eins steht fest: Ich muss in meinem und dem Sinn meiner Familie mal etwas Gas geben und nicht so lange rumtroedeln und Freundschaften aufbauen... Ich sollte wieder anfangen Backpacker zu sein, Duschen suchen, am Strassenrand schlafen... Wie es sich gehoert ;-)

Es wird nun also am Sonntag nach Sydney gehen, wo ich dann einfach weitersehe... Bis dahin

Glueck auf ;-)

21.07. - 12.08. Einsamkeit Part 2 mit einmaligen Erlebnissen...

Aus Sydney zurueckgekommen, gings direkt wieder los mit der Arbeit. Es gab viel zu tun... In einer Woche kommen die "Cowboys" zum Ziegen jagen... Zaeune musste praepariert werden fuer die Ziegen...

Ich hol mal etwas weiter aus, um die Sache etwas naeher zu bringen:
Es gibt hier im Prinzip 2 verschiedene Arten von Zaeunen. Einen normalen Drahtzaun, mit 5 Bahnen Draht, reicht aus damit die doofen Schafe nicht durchgehen. Oben kommt dann noch Stacheldraht dran, um auch ein paar Kuehe fern davon zu halten. Ziegen sind aber weitaus cleverer und vor allem sturer, die gehen ueberall durch, wo ihr kopf durchpasst, wenn nicht beim normalen durchgehen, dann wird eben Anlauf genommen, der Kopf gesenkt und mit den Hoernern voraus in das Hindernis gerannt. Deswegen wird fuer Ziegen spezieller Maschendraht ausgerollt und dann an den Pfosten befestigt, unten und oben kommt dann noch Stacheldraht dran, damit auch der sturste Ziegenbock merkt, dass er einfach woanders hingehen sollte...

Das sich zu dieser Zeit alles ums Ziegentreiben dreht, haben wir kilometerweise Maschendraht ausgerollt, Pfosten repariert, Tore instandgesetzt oder neu gebaut. Ich habe mittlerweile schon einen ganz guten Erfahrungsstand, was Schweissen angeht. Das macht echt Spass... Aber aufgepasst liebe Kinder: Nicht zu viel schweissen und vor allem den Leuchtstab nicht im Genitalbereich handhaben... Dann werden aus ganz vielen kleinen Kindern auf einmal gar keine Kinder mehr... ;-) Etwas Bildung zwischendurch muss sein...

Naja, am Sonntag sind dann auch die sogenannten Cowboys angekommen. das waren 4 Kerle + die Perle von einem Kerl namens Jonno. Es wurden 4 Motorraeder angekarrt und ein Gyrocopter, was so viel ist wie ein Ein-Mann-Hubschrauber ohne Kabine...


Am Montag gings dann los, und Thomas und ich waren mittendrin. Ich auf nem 250ccm Quad und Thomas auf nem 250cmm Dirtbike. Hat riesen Spass gemacht, auch wenn wir uns nicht wirklich willkommen gefuehlt haben. Zum Schluss hin hat sich rausgestellt dass diese Leute uns gar nicht mochten, zumindest Jonno und seine Perle. Um uns dann noch mehr an die Karre zu fahren, haben sie dann unserm Boss Robin erzaehlt wie unfaehig wir waeren mit den Motorraedern umzugehen. Wir waren ziemlich enttaeuscht von der Truppe aber gestoert hat uns das dann im Endeffekt doch nicht wirklich...
Bevor wir aber Ziegen jagen konnten, ist der Heli erstmal losgeflogen und hat auf dem Riesengrundstueck nach Ziegen gesucht und wir sind dann dahin und haben sie in sogenannte Fallen getrieben. Waren im Endeffekt aber nur Gehege von wo die Biester dann mit dem LKW abgeholt werden und zum Farmhaus gebracht werden.


Die letzten 2 Tage bin ich dann nur noch LKW gefahren. Da die Cowboys die Ziegen relativ weit weg gejagt haben, war die Strecke zur Falle ca. 45 Minuten Fahrt durch den Busch entfernt. Stumpfe Fahrerei... Man hat ca. 5 Fuhren am Tag geschafft. Und man musste die Ziegen ja nicht nur durch die Gegend fahren, sondern vorher auch in den LKW bekommen. Jeder, der schonmal was mit Ziegen zu tun gehabt hat, weiss dass diese Drecksdinger stur ohne Ende sind. Und ihr kennt auch nur die "Hausziegen". Das sind aber wilde Ziegen, die noch nie in ihrem Leben mit Menschen zu tun hatten. Die wissen nicht was abgeht und drehen teilweise total durch... Clever war es immer die Ziegen haeppchenweise in den LKW zu bekommen. Manchmal waren die Fallen aber so unguenstig dass es teilweise ne Stunde gedauert hat, bis man 60 Ziegen in dem doofen LKW hatte. Fuer Fluchtversuche haben die echt alles unternommen. Weeeeeeeeit Anlauf genommen und dann mit voller Karacho in den Zaun, dann realisiert, dass da kein Ausweg ist und dann wieder zurueck zur Gruppe. Bei Ziegen traut sich auch keiner Entscheidungen zu treffen. Jeder verlaesst sich auf den anderen und wenn einer aus Versehen losrennt, jagen alle anderen hinterher. Auch hier gibts wieder, wie beim Menschen eine Hirarchie :-) Zuerst kommt ja grundsaetzlich der Mann, der sagt wos langgeht, dann kommen die Frauen die einfach stumpf hinterherlaufen und dann die kleinen Ziegen die immer schoen der Milchbar nachlaufen... Wenn man zum Schluss nur noch einen Haufen Nannies und Zicklein hat ist ein besonderes Phaenomen zu beobachten. Die wissen auf einmal nicht wohin mit sich :-) Ich sag ja, wie beim Menschen... :-D Irgendwie muss man die dann in die richtige Richtung lenken und dann gehn die von selber in den LKW.... Wahnsinn :-) Ebenso ist auffallend das maennliche Ziegen sogar auf der Flucht an nichts anderes denken, als eine fruchtbare Nanny zu decken. Es ist echt schlimm und die jagen teilweise stundenlang ein und derselben Ziege hinterher, nur um einmal den Gentopf umzuruehren...

Ich bin den LKW von einem der Cowboys gefahren. Jonno's Pueppchen ist Robins LKW gefahren. Wenn Ziegen Angst haben draengen die furchtbar rum. Es wird gequetscht und geschoben, Maennchen springen auch gern einfach mal auf andere Ziegen und ignorieren einfach das Geschrei unter ihnen. Ziegen sind auch unglaubliche Schauspieler. Ich weiss ja, dass es unangenehm ist, wenn man in ner Gruppe irgendwo steht und von hinten nur geschoben wird, aber das nehmen die direkt als Grund um wie bescheuert zu schreien, als ob es kein Morgen gibt.
Zurueck zu den LKW: Mein LKW hatte zwei unterteilte "Raeume", Robins LKW ist ein grosser Raum fuer die Ziegen. Mir ist bei der ersten Fahrt eine Ziege totgetrampelt worden. Jonnos Liebe hats aber geschafft pro Fuhre mindestens 2 Ziegen in den Ziegenhimmel zu schicken. Hat sie aber nicht weitergestoert... Wurden am Ende einfach neben den LKW geschmissen und liegen lassen. Wer durfte es am Ende aber wieder wegmachen?? Ja, die Deutschen... Was fuer eine Aktion... Nachdem Ziegentreiben war dann Wochenende, sind dann am Sonntag wieder auf die Farm und mussten dann die Dinger loswerden. Die Augen waren schon laengst von Kraehen ausgepickt, manche Ziegen waren schon von Wildschweinen angeknabbert worden und die Ziegen selber haben schon einen verfluchten Verwesungsgeruch aufgelegt. Thomas hat als erster angefangen zu wuergen. Elli hat konsequent die Tueren des Autos geschlossen gehalten, natuerlich von innen und kurz vor Schluss ist mir der Verwesungsgeruch auch zu Kopf gestiegen und dann haben Thomas und ich im Chor gewuergt... Wie ekelhaft... Koennte jetz auch schon wieder anfangen zu wuergen....


Da Robin der Truppe erzaehlt hat, dass wir so viel wie moeglich Erfahrung von der Farm mitnehmen moechten, hat Jonno eine ca. 3Jahre alte Ziege ausgesucht und sie dann fuer uns "zubereitet". Schlachten, ausnehmen, kochen, grillen, etc....



Ich kann euch sagen liebe Freunde, ich habe selten in meinem Leben solch hammerleckeres Fleisch gegessen... Es war koestlich... Wahnsinn...

Naja, im Endeffekt haben wir dann in 4 Tagen 1800 Ziegen eingefangen, was eine Riesenleistung ist, meiner Meinung nach. Von den Fallen gings zum Farmhaus und von dort aus dann mit dem LKW zum Schlachthaus. (By the way: Wusstet ihr dass Ziegenfleisch das meistgegessene Fleisch der Welt ist???)
Pro Ziegenkopf bekommt Robin 40$, das bedeutet er hat mal eben in 4 Tagen 72000 $. Nach Abzug der Cowboys wird denk ich immer noch gute 50 Riesen uebrig geblieben sein... Wahnsinn...







Naja, nach der Ziegentreiben wurde dann wieder etwas an Zaeunen rumgebaut und dann habe ich mich dazu entschieden am 12.08. wieder nach Mildura zu fahren um meinen Van an den Mann zu bringen. Die Karre verbraucht einfach zu viel, das lohnt sich nicht! Das Autofahren macht so auch keinen Spass... Wir werden sehen was passiert....

Mittwoch, 20. Juli 2011

15.07. - 20.07. Jetzt wird's einsam...

Nach kurzer Zeit melde ich mich schon wieder, denn es ist wieder was neues passiert...
Ich bin in Cobar angekommen. Nach einer Stunde warten sind Thomas und die anderen von der Huette wiedergekommen. Man muss sich die Farm so vorstellen:

Es sind 2 riesige Grundstuecke mit einer Gesamtflaeche von 460 Quadratkilometer km2. Zum Vergleich: Mein liebes Twistetal hat eine Flaeche von 74km2, Waldeck Frankenberg ist 1800km2 gross. Einfach gewaltig, unvorstellbar. Um zum Farmhaus zu kommen, muss man irgendwo im nichts auf eine unbefestigte Strasse abbiegen und dann ueber 30km durch Geroell tosen und dann kommt einsam und verlassen das Anwesen der Thorpes. Das Haus mit den 2 Hunden ist auf dem einen Grundstueck, naeher zu Cobar. Das andere Grundstueck eignet sich jedoch besser fuer die Vieharbeit. Eher sandig, weniger Stock und Stein. Auf diesem Grundstueck ist eine weitere "Huette" - die Scherhuette, wo 1-2 mal im Jahr die Schafe geschoren werden. Die ganze Woche lebt also die Familie auf der Scherhuette, wo es keinen Strom gibt und das Wasser mit einem Lagerfeuer erhitzt werden muss. Nur am Wochenende, also Freitagabend bis Sonntagmorgen leben sie im Farmhaus, mit Elektrizitaet. Da hier Winter ist, ist es tagsueber angenehm frisch, aber nachts wirds oft ziemlich kalt. Zum Glueck ist mein Schlafsack recht gut und mit nen paar Lagen Klamotten macht es das ganze noch etwas ertraeglicher :-)





Auf der Farm leben FAST friedlich Kangurus, Emus, Rinder, Ziegen, Schafe, Fuechse und Wildschweine gemeinsam. Wildschweine und Fuechse sind die Boesen. Wenn die richtig hungrig sind, fangen die an Laemmer zu jagen und zu essen. Nicht nett. Also hat Robin, unser Boss, Waffen. Eine Waffe ist immer dabei wenn man durch die Gegend faehrt um zu arbeiten, fuer den Fall das man auf eine Horde Schweine trifft oder einen Fuchs sieht.
An meinem ersten Abend haben wir ein paar WIldschweine gesehn. Da die Waffe da noch ungeladen war, hat alles zu lange gedauert und die Schweine waren ueber alle Berge. Als es dann dunkel war haben Thomas und ich nen Suchschweinwerfer angeschmissen und nach reflektierenden Augen gesucht. Dabei muss man aber vorsichtig sein. Denn auch Ziegenaugen reflektieren im dunkeln. Erst hat Thomas geschossen... Wir glauben er hat es auf einen Hasen abgesehn, leider hat er nicht getroffen. Danach war ich dran. Thomas faehrt ueber Stock und Stein und ich sitze auf dem Beifahrersitz - in der linken Hand den Schweinwerfer, in der rechten Hand das Gewehr mit Zielfernrohr, den Lauf aus dem offenen Fenster. Ich sehe das Augenpaar, Thomas haelt an, Motor aus, wir versuchen irgendwie zu organisieren dass Thomas den Schweinwerfer in die richtige Richtung haelt und ich mit beiden Haenden meine Konzentration auf das Gewehr legen kann um das Monster auch ja zwischen den Augen zu erwischen :-) Es ist ein Fuchs, bevor ich das auch richtig realisiere laeuft mir das Ding ins Kreuz und ich druecke ab. Zielen und schiessen hat schaetzungsweise nur 2-3 Sekunden gedauert. Ich bin erstaunt und gleichzeitig beeindruckt wie gut das geklappt hat. Leider musste ein Tier dran glauben, ist nicht so schoen, aber der Sport grundsaetzlich ist richtig cool...



Naja, das Jagen ist nur Freizeitbeschaeftigung. Eigentlich sind wir ja da um Zaeune zu bauen oder wiederherzustellen. Das haben wir dann auch gemacht. Erstmal haben wir etwas betoniert, geschweisst. Nebenbei werden dann noch Traktoren und Anhaenger repariert. Es macht schon viel Spass, aber auf Dauer tut mir die Einsamkeit hier glaub ich nicht so gut. Die Farm ist 80km ausserhalb von Cobar, die einzigen menschlichen Seelen sind die 2 Nachbarn die auch eher weit von uns wegwohnen und die man ehh nicht wirklich sieht... Also ist man allein, ausser einmal die Woche, wenn man nach Cobar zum einkaufen faehrt. Dieses Leben muss man lieben glaub ich...

Nach 3 Tag arbeiten gabs aber auch schon wieder Abwechslung. Robin's Frau hat einen Termin in Sydney, also haben wir uns Mittwoch Morgen um 6 auf den Weg nach Sydney gemacht und sind nach 700-800km und 10 Stunden spaeter auch angekommen. Was fuer eine Fahrt... Aber scheinbar voellig normal und absolut nicht weit fuer australische Verhaeltnisse... Hier sind wir jetzt erstmal bei Verwandschaft der Familie. Morgen gehts in die Stadt, etwas Sightseeing. Da ich schon in Sydney war, ist es nicht viel neues, aber ich zwenge mich einfach in die Aufgabe des Stadtfuehrers fuer Thomas.... Da kann ich ihm dann noch mehr Mist als sonst ans Bein binden und der glaubts ;-) Kleiner Spass... Hehe...





Dienstag gehts dann zurueck nach Cobar und dann wird hart weitergearbeitet. Ich denke ich bleibe noch 2 weitere Wochen in Cobar und mache mich dann auf den Weg in eine neue Gegend, bin es satt nur zu arbeiten und nix zu machen oder zu sparen...

Wies weitergeht lest ihr in der naechsten Maus...

Donnerstag, 14. Juli 2011

28.06. - 14.07. Ich denke es ist Zeit ein neues Kapitel zu schreiben...

Meine Jobsituation hat sich leider nicht verbessert... Dazu bin ich auch noch bei meiner Unterkunft geflogen... Manoman... War eher ein Missverstaendnis, aber naja, bin dann einfach weg... Da hier die Winterferien angefangen haben sind erstmal alle Lehrer in den Urlaub. Durfte dann fuer Amy (eine Lehrerin, mein Alter) Housesitten... Kostenlose Unterkunft, warm, wundervoll :-) Hat mir gefallen da...

Da ich aber nur meinen Job am Abend hatte, habe ich meine innere Uhr verstellt... Bis 12 mittags geschlafen, 5 Stunden lang Filme von der Festplatte geschaut, dann arbeiten gegangen, nach der Arbeit noch zu den Koechen in die Bude zum Fifa11 zocken und um 2 Uhr nachts ins Bett...



 Ich entwickle mich zum Wrack :-) Aber Mami, alles in Ordnung, brauchst dir keine Sorgen machen :-*

Am 8.7. bin ich dann mit Ellie, Roger und der Kollegin+Mann von Ellie nach Melbourne gefahren. Haben in nem Appartment gewohnt, das glaub ich fuer 2 Leute ausgelegt war :-) Da waren nur 2 Sofas, also haben 2 im Bett geschlafen und die anderen 3 mussten auf den 2 Sofas zusehen :-D Lief irgendwie... Mein Ruecken hat sich bedankt...
Das Wochenende hat sich aber echt gelohnt. Waren in dem Outlet shoppen, haben nen Ausflug in Victoria's groesstes Casino gemacht, war im hoechsten Gebaude der suedlichen Hemisphaere, habe Australian Rules Football (Footie) im Stadion geschaut, war auf ner Automobilmesse... Richtig toll... Bin zufrieden... Mein Konto hat sich bedankt... :-D






Und an diesem Wochenende habe ich eine spontane wichtige entscheidung getroffen. Hatte genug von nur einem Job, das hat sich einfach nicht gelohnt. Habe dann Thomas' Chef angerufen und mit ihm ausgemacht, dass ich die Woche darauf auf die Schaffarm komme. Da fahre ich auch am 15.07. hin... Freue mich schon... Ein neues Kapitel im Buch "Australien". Die Reise geht weiter und ich bin schon gespannt was passiert...

Ellie, eine Freundin aus Mildura, hat sich entschieden, Thomas und meinem Beispiel zu folgen und auch einen Roadtrip zu beginnen... Ich fahre jetzt erstmal nach Cobar, New South Wales, und arbeite da etwas auf der Farm. Ellie kann sich solange nen Van besorgen, alles organisieren, und wenn sie dann immernoch will, kann sie uns Gesellschaft leisten, wenn wir nach Perth oder so fahren ;-) Wir werden sehen.... Hehe...

Also drueckt mir die Daumen fuer die naechsten Erlebnisse ;-)

Montag, 27. Juni 2011

23.05. - 27.06. Ein Jahr aelter und immernoch nicht schlauer...

So meine Lieben, es ist schon wieder ein Monat vergangen. Wahnsinn....

Mir gehts super gut hier, aber irgendwie hab ich das Gefuehl, dass sich mein Jahr rumreisen und Australien sehen in irgendwas anderes verwandelt hat. Immer wenn ich irgendwo ankomme, lerne ich tolle Leute kennen und hab nicht den Drang weiterzufahren, sondern verbringe mehr Zeit an dem Ort. So ist es ganz extrem mit Mildura. Ich bin schon seit 2 Monaten in dieser Stadt und habe noch gar keine Lust weiterzufahren. Ich fuehle mich wohl, habe viele neue Freunde kennengelernt, alles was man braucht...
Australien ist eben so, wie ich es von Anfang an eingeschaetzt habe. Es zeigt mir was fuer ein Mensch ich bin, ich lerne mich und meinen Charakter besser kennen, ich werde gezwungen mit allen moeglichen Menschen zu arbeiten und zurecht zu kommen. Ich wohne immernoch bei der samoanischen Familie. Bin nicht mehr ganz zufrieden aber ich will Veraenderung. Bin schon etwas zu lange da, will was neues ausprobieren. Paar Angebote habe ich unterzukommen, mal sehen ;-)
Die liebe Kate, von der ich euch erzaehlt habe, hat sich als Reinfall herausgestellt... Ist zwar huebsch und interessant, aber charakterlich ein Totalausfall... Sie hat mir mittlerweile zum dritten Mal den Kontakt abgebrochen... So viel Dank wenn man nur versucht nett zu sein... :-D

Thomas und mein Weg hat sich vorerst getrennt. Vor 3 Wochen habe ich mit dem Vater von Sam, einem Kerl in meinem Alter aus der Kirche, telefoniert. Er arbeitet und lebt auf einer Schaffarm 700km nordoestlich von Mildura. Tiefstes Outback, das gibts nix als roten Sand, Ziegen und Wildschweine... Wenn man einmal um sein Grundstueck fahren moechte, legt man eine Strecke von 120km zurueck. Er hat uns angeboten, dass wir da hochkommen und etwas Farmarbeit machen. Ich war skeptisch, aber Thomas sass nach 12 Stunden Ueberlegungszeit bei seiner Tochter Ellie im Auto auf dem Weg nach Cobar... Ich bin hier geblieben und war weiter auf Jobsuche, habe dann angefangen mal wieder fuer mein zweites Visum Orangen und Mandarinen zu pfluecken. Ich glaube ich habe die 3 Monate voll!! Egal, ich brauche Geld... Und wenn ich das zweite Visum habe, muss ich mir auch nicht mehr so nen Stress machen was das reisen angeht. Sollte ich aber aus irgendwelchen Gruenden kein 2. Visum bekommen, habe ich ganz ploetzlich Riesenprobleme... Ich hoffe das passiert nicht.
Mit dem Ingenieursjob wurde es leider nichts. Es scheint nicht so dringend zu sein, denn ich habe nie einen Anruf von Aurecon oder sonstigen Institutionen bekommen, bei denen ich mich beworben habe. Leider... Dass man als deutscher Ingenieur ueberall was bekommt ist also absoluter Quatsch...
ABER: Ich habe angefangen mich als Kellner zu bewerben und ueber Umwege habe ich dann auch endlich einen Job im Seasons-Restaurant bekommen. YES... Da arbeite ich jetz schon seit 2,5 Wochen. Es macht riesen Spass und mein Englisch wird taeglich besser. Der Laden ist recht schick und teuer. Regelmaessig flattern Preise und Auszeichnungen rein...

Zu den zwei Jobs (Picking und Kellnern) habe ich auch noch nen kleinen Nebenverdienstjob. Mystery Shopping heisst das Ding. Im Prinzip laeuft es so: Man gibt vor ein Kunde zu sein und prueft somit die Qualitaet des Geschaeftes in dem man den Job macht. Das kann MC Donald's sein, KFC, Cotton On (sowas wie C&A), Tankstellen, Autohaeuser, alles moegliche. Da habe ich nen interessanten Job gemacht, vor ca 2 Wochen. Ich bin 160km zu ner Shelltankstelle gefahren, habe fuer 15$ Sprit und fuer 3,5$ Cafe gekauft, bin auf die Toilette gegangen und dann wieder 160km zurueckgefahren. Dafuer habe ich 180$ bekommen... Cool oder? Abzueglich der Spritkosten von 40$ macht das einen Verdienst von 140$ und einen Stundenlohn von knapp 30$. Das hat sich gelohnt...

Am 24.06. hatte ich dann auch noch meinen ersten Geburtstag in einem anderen Land. Habe den Tag in der Bibliothek verbracht :-P Abends haben dann meine Mildura-Freunde ein Abendessen organisiert. Habe dann von der Jugend eine RICHTIG GEILE Gitarre geschenkt bekommen, mit integriertem Abnehmer und Stimmgeraet. Richtig dick :-) und von meiner besten Freundin Rhonda habe ich dann noch das Brettspiel "Risiko" geschenkt bekommen. Das hat sie mir geschenkt weil ich irgendwann im Gespraech mal erwaehnt habe, dass das mein Lieblingsbrettspiel ist... :-) Bin sehr gluecklich ueber meine Geschenke und an dieser Stelle danke ich nochmal allen die an dem Tag an ihren in Kirgisien geborenen, in Deutschland lebenden und nach Australien ausgereisten Freund/Bekannten/Cousin/Bruder/Sohn/Onkel/Sonstiges gedacht haben. DANKE!!!!

Diese Woche gibt es leider keine Pflueckarbeit, also habe ich nur mein Kellnern am Abend um etwas Geld zu sparen... Muss echt mal was neues finden, dieses Jobsuchen geht mir langsam aufn Keks!!