Mittwoch, 20. Juli 2011

15.07. - 20.07. Jetzt wird's einsam...

Nach kurzer Zeit melde ich mich schon wieder, denn es ist wieder was neues passiert...
Ich bin in Cobar angekommen. Nach einer Stunde warten sind Thomas und die anderen von der Huette wiedergekommen. Man muss sich die Farm so vorstellen:

Es sind 2 riesige Grundstuecke mit einer Gesamtflaeche von 460 Quadratkilometer km2. Zum Vergleich: Mein liebes Twistetal hat eine Flaeche von 74km2, Waldeck Frankenberg ist 1800km2 gross. Einfach gewaltig, unvorstellbar. Um zum Farmhaus zu kommen, muss man irgendwo im nichts auf eine unbefestigte Strasse abbiegen und dann ueber 30km durch Geroell tosen und dann kommt einsam und verlassen das Anwesen der Thorpes. Das Haus mit den 2 Hunden ist auf dem einen Grundstueck, naeher zu Cobar. Das andere Grundstueck eignet sich jedoch besser fuer die Vieharbeit. Eher sandig, weniger Stock und Stein. Auf diesem Grundstueck ist eine weitere "Huette" - die Scherhuette, wo 1-2 mal im Jahr die Schafe geschoren werden. Die ganze Woche lebt also die Familie auf der Scherhuette, wo es keinen Strom gibt und das Wasser mit einem Lagerfeuer erhitzt werden muss. Nur am Wochenende, also Freitagabend bis Sonntagmorgen leben sie im Farmhaus, mit Elektrizitaet. Da hier Winter ist, ist es tagsueber angenehm frisch, aber nachts wirds oft ziemlich kalt. Zum Glueck ist mein Schlafsack recht gut und mit nen paar Lagen Klamotten macht es das ganze noch etwas ertraeglicher :-)





Auf der Farm leben FAST friedlich Kangurus, Emus, Rinder, Ziegen, Schafe, Fuechse und Wildschweine gemeinsam. Wildschweine und Fuechse sind die Boesen. Wenn die richtig hungrig sind, fangen die an Laemmer zu jagen und zu essen. Nicht nett. Also hat Robin, unser Boss, Waffen. Eine Waffe ist immer dabei wenn man durch die Gegend faehrt um zu arbeiten, fuer den Fall das man auf eine Horde Schweine trifft oder einen Fuchs sieht.
An meinem ersten Abend haben wir ein paar WIldschweine gesehn. Da die Waffe da noch ungeladen war, hat alles zu lange gedauert und die Schweine waren ueber alle Berge. Als es dann dunkel war haben Thomas und ich nen Suchschweinwerfer angeschmissen und nach reflektierenden Augen gesucht. Dabei muss man aber vorsichtig sein. Denn auch Ziegenaugen reflektieren im dunkeln. Erst hat Thomas geschossen... Wir glauben er hat es auf einen Hasen abgesehn, leider hat er nicht getroffen. Danach war ich dran. Thomas faehrt ueber Stock und Stein und ich sitze auf dem Beifahrersitz - in der linken Hand den Schweinwerfer, in der rechten Hand das Gewehr mit Zielfernrohr, den Lauf aus dem offenen Fenster. Ich sehe das Augenpaar, Thomas haelt an, Motor aus, wir versuchen irgendwie zu organisieren dass Thomas den Schweinwerfer in die richtige Richtung haelt und ich mit beiden Haenden meine Konzentration auf das Gewehr legen kann um das Monster auch ja zwischen den Augen zu erwischen :-) Es ist ein Fuchs, bevor ich das auch richtig realisiere laeuft mir das Ding ins Kreuz und ich druecke ab. Zielen und schiessen hat schaetzungsweise nur 2-3 Sekunden gedauert. Ich bin erstaunt und gleichzeitig beeindruckt wie gut das geklappt hat. Leider musste ein Tier dran glauben, ist nicht so schoen, aber der Sport grundsaetzlich ist richtig cool...



Naja, das Jagen ist nur Freizeitbeschaeftigung. Eigentlich sind wir ja da um Zaeune zu bauen oder wiederherzustellen. Das haben wir dann auch gemacht. Erstmal haben wir etwas betoniert, geschweisst. Nebenbei werden dann noch Traktoren und Anhaenger repariert. Es macht schon viel Spass, aber auf Dauer tut mir die Einsamkeit hier glaub ich nicht so gut. Die Farm ist 80km ausserhalb von Cobar, die einzigen menschlichen Seelen sind die 2 Nachbarn die auch eher weit von uns wegwohnen und die man ehh nicht wirklich sieht... Also ist man allein, ausser einmal die Woche, wenn man nach Cobar zum einkaufen faehrt. Dieses Leben muss man lieben glaub ich...

Nach 3 Tag arbeiten gabs aber auch schon wieder Abwechslung. Robin's Frau hat einen Termin in Sydney, also haben wir uns Mittwoch Morgen um 6 auf den Weg nach Sydney gemacht und sind nach 700-800km und 10 Stunden spaeter auch angekommen. Was fuer eine Fahrt... Aber scheinbar voellig normal und absolut nicht weit fuer australische Verhaeltnisse... Hier sind wir jetzt erstmal bei Verwandschaft der Familie. Morgen gehts in die Stadt, etwas Sightseeing. Da ich schon in Sydney war, ist es nicht viel neues, aber ich zwenge mich einfach in die Aufgabe des Stadtfuehrers fuer Thomas.... Da kann ich ihm dann noch mehr Mist als sonst ans Bein binden und der glaubts ;-) Kleiner Spass... Hehe...





Dienstag gehts dann zurueck nach Cobar und dann wird hart weitergearbeitet. Ich denke ich bleibe noch 2 weitere Wochen in Cobar und mache mich dann auf den Weg in eine neue Gegend, bin es satt nur zu arbeiten und nix zu machen oder zu sparen...

Wies weitergeht lest ihr in der naechsten Maus...

Donnerstag, 14. Juli 2011

28.06. - 14.07. Ich denke es ist Zeit ein neues Kapitel zu schreiben...

Meine Jobsituation hat sich leider nicht verbessert... Dazu bin ich auch noch bei meiner Unterkunft geflogen... Manoman... War eher ein Missverstaendnis, aber naja, bin dann einfach weg... Da hier die Winterferien angefangen haben sind erstmal alle Lehrer in den Urlaub. Durfte dann fuer Amy (eine Lehrerin, mein Alter) Housesitten... Kostenlose Unterkunft, warm, wundervoll :-) Hat mir gefallen da...

Da ich aber nur meinen Job am Abend hatte, habe ich meine innere Uhr verstellt... Bis 12 mittags geschlafen, 5 Stunden lang Filme von der Festplatte geschaut, dann arbeiten gegangen, nach der Arbeit noch zu den Koechen in die Bude zum Fifa11 zocken und um 2 Uhr nachts ins Bett...



 Ich entwickle mich zum Wrack :-) Aber Mami, alles in Ordnung, brauchst dir keine Sorgen machen :-*

Am 8.7. bin ich dann mit Ellie, Roger und der Kollegin+Mann von Ellie nach Melbourne gefahren. Haben in nem Appartment gewohnt, das glaub ich fuer 2 Leute ausgelegt war :-) Da waren nur 2 Sofas, also haben 2 im Bett geschlafen und die anderen 3 mussten auf den 2 Sofas zusehen :-D Lief irgendwie... Mein Ruecken hat sich bedankt...
Das Wochenende hat sich aber echt gelohnt. Waren in dem Outlet shoppen, haben nen Ausflug in Victoria's groesstes Casino gemacht, war im hoechsten Gebaude der suedlichen Hemisphaere, habe Australian Rules Football (Footie) im Stadion geschaut, war auf ner Automobilmesse... Richtig toll... Bin zufrieden... Mein Konto hat sich bedankt... :-D






Und an diesem Wochenende habe ich eine spontane wichtige entscheidung getroffen. Hatte genug von nur einem Job, das hat sich einfach nicht gelohnt. Habe dann Thomas' Chef angerufen und mit ihm ausgemacht, dass ich die Woche darauf auf die Schaffarm komme. Da fahre ich auch am 15.07. hin... Freue mich schon... Ein neues Kapitel im Buch "Australien". Die Reise geht weiter und ich bin schon gespannt was passiert...

Ellie, eine Freundin aus Mildura, hat sich entschieden, Thomas und meinem Beispiel zu folgen und auch einen Roadtrip zu beginnen... Ich fahre jetzt erstmal nach Cobar, New South Wales, und arbeite da etwas auf der Farm. Ellie kann sich solange nen Van besorgen, alles organisieren, und wenn sie dann immernoch will, kann sie uns Gesellschaft leisten, wenn wir nach Perth oder so fahren ;-) Wir werden sehen.... Hehe...

Also drueckt mir die Daumen fuer die naechsten Erlebnisse ;-)

Montag, 27. Juni 2011

23.05. - 27.06. Ein Jahr aelter und immernoch nicht schlauer...

So meine Lieben, es ist schon wieder ein Monat vergangen. Wahnsinn....

Mir gehts super gut hier, aber irgendwie hab ich das Gefuehl, dass sich mein Jahr rumreisen und Australien sehen in irgendwas anderes verwandelt hat. Immer wenn ich irgendwo ankomme, lerne ich tolle Leute kennen und hab nicht den Drang weiterzufahren, sondern verbringe mehr Zeit an dem Ort. So ist es ganz extrem mit Mildura. Ich bin schon seit 2 Monaten in dieser Stadt und habe noch gar keine Lust weiterzufahren. Ich fuehle mich wohl, habe viele neue Freunde kennengelernt, alles was man braucht...
Australien ist eben so, wie ich es von Anfang an eingeschaetzt habe. Es zeigt mir was fuer ein Mensch ich bin, ich lerne mich und meinen Charakter besser kennen, ich werde gezwungen mit allen moeglichen Menschen zu arbeiten und zurecht zu kommen. Ich wohne immernoch bei der samoanischen Familie. Bin nicht mehr ganz zufrieden aber ich will Veraenderung. Bin schon etwas zu lange da, will was neues ausprobieren. Paar Angebote habe ich unterzukommen, mal sehen ;-)
Die liebe Kate, von der ich euch erzaehlt habe, hat sich als Reinfall herausgestellt... Ist zwar huebsch und interessant, aber charakterlich ein Totalausfall... Sie hat mir mittlerweile zum dritten Mal den Kontakt abgebrochen... So viel Dank wenn man nur versucht nett zu sein... :-D

Thomas und mein Weg hat sich vorerst getrennt. Vor 3 Wochen habe ich mit dem Vater von Sam, einem Kerl in meinem Alter aus der Kirche, telefoniert. Er arbeitet und lebt auf einer Schaffarm 700km nordoestlich von Mildura. Tiefstes Outback, das gibts nix als roten Sand, Ziegen und Wildschweine... Wenn man einmal um sein Grundstueck fahren moechte, legt man eine Strecke von 120km zurueck. Er hat uns angeboten, dass wir da hochkommen und etwas Farmarbeit machen. Ich war skeptisch, aber Thomas sass nach 12 Stunden Ueberlegungszeit bei seiner Tochter Ellie im Auto auf dem Weg nach Cobar... Ich bin hier geblieben und war weiter auf Jobsuche, habe dann angefangen mal wieder fuer mein zweites Visum Orangen und Mandarinen zu pfluecken. Ich glaube ich habe die 3 Monate voll!! Egal, ich brauche Geld... Und wenn ich das zweite Visum habe, muss ich mir auch nicht mehr so nen Stress machen was das reisen angeht. Sollte ich aber aus irgendwelchen Gruenden kein 2. Visum bekommen, habe ich ganz ploetzlich Riesenprobleme... Ich hoffe das passiert nicht.
Mit dem Ingenieursjob wurde es leider nichts. Es scheint nicht so dringend zu sein, denn ich habe nie einen Anruf von Aurecon oder sonstigen Institutionen bekommen, bei denen ich mich beworben habe. Leider... Dass man als deutscher Ingenieur ueberall was bekommt ist also absoluter Quatsch...
ABER: Ich habe angefangen mich als Kellner zu bewerben und ueber Umwege habe ich dann auch endlich einen Job im Seasons-Restaurant bekommen. YES... Da arbeite ich jetz schon seit 2,5 Wochen. Es macht riesen Spass und mein Englisch wird taeglich besser. Der Laden ist recht schick und teuer. Regelmaessig flattern Preise und Auszeichnungen rein...

Zu den zwei Jobs (Picking und Kellnern) habe ich auch noch nen kleinen Nebenverdienstjob. Mystery Shopping heisst das Ding. Im Prinzip laeuft es so: Man gibt vor ein Kunde zu sein und prueft somit die Qualitaet des Geschaeftes in dem man den Job macht. Das kann MC Donald's sein, KFC, Cotton On (sowas wie C&A), Tankstellen, Autohaeuser, alles moegliche. Da habe ich nen interessanten Job gemacht, vor ca 2 Wochen. Ich bin 160km zu ner Shelltankstelle gefahren, habe fuer 15$ Sprit und fuer 3,5$ Cafe gekauft, bin auf die Toilette gegangen und dann wieder 160km zurueckgefahren. Dafuer habe ich 180$ bekommen... Cool oder? Abzueglich der Spritkosten von 40$ macht das einen Verdienst von 140$ und einen Stundenlohn von knapp 30$. Das hat sich gelohnt...

Am 24.06. hatte ich dann auch noch meinen ersten Geburtstag in einem anderen Land. Habe den Tag in der Bibliothek verbracht :-P Abends haben dann meine Mildura-Freunde ein Abendessen organisiert. Habe dann von der Jugend eine RICHTIG GEILE Gitarre geschenkt bekommen, mit integriertem Abnehmer und Stimmgeraet. Richtig dick :-) und von meiner besten Freundin Rhonda habe ich dann noch das Brettspiel "Risiko" geschenkt bekommen. Das hat sie mir geschenkt weil ich irgendwann im Gespraech mal erwaehnt habe, dass das mein Lieblingsbrettspiel ist... :-) Bin sehr gluecklich ueber meine Geschenke und an dieser Stelle danke ich nochmal allen die an dem Tag an ihren in Kirgisien geborenen, in Deutschland lebenden und nach Australien ausgereisten Freund/Bekannten/Cousin/Bruder/Sohn/Onkel/Sonstiges gedacht haben. DANKE!!!!

Diese Woche gibt es leider keine Pflueckarbeit, also habe ich nur mein Kellnern am Abend um etwas Geld zu sparen... Muss echt mal was neues finden, dieses Jobsuchen geht mir langsam aufn Keks!!

Samstag, 21. Mai 2011

28.04. - 22.05 Mildura - Es gefaellt mir...

Tatsaechlich ist es mittlerweile schon fast einen Monat her dass ich meinen letzten Blog geschrieben habe, dafuer entschuldige ich mich natuerlich. Andererseits bin ich seit meinem letzten Eintrag in Mildura und hier passiert nicht sooooo viel ;-) ABER ich muss zugeben, diese Stadt hats mir angetan. Ich weiss nicht genau warum, ich werde versuchen waehrend dem Blog die Antwort zu finden.

Da sind wir nun angekommen... Es ist nach Ostern und die Jobsuche ging von vorne los. Kleine Bemerkung am Rande: Wir haben fuer 3 Tage Traubenpfluecken ganze 82 Dollar bekommen, ich werd bekloppt :-)

In der Woche nach Ostern haben wir dann einige Sachen ausprobiert um an nen Job zu kommen. Ich habe sogar angefangen mich als Bauingenieur zu bewerben, in nem Geotechnischen Labor. Da habe ich aber nie einen Anruf bekommen und als ich nachgefragt habe, was nun Sache ist, wurde ich aufgeklaert dass Markus und ich die einzigen Bewerber waren und sie die Stelle jetz nicht vergeben werden. Ich glaube es liegt daran, dass wir Backpacker sind... Die vertrauen bei solchen Jobs einfach keinen umherreisenden, wie Penner lebenden, zigeuneraehnlichen Wandersleuten :-)

In der Bibliothek haben wir an einem Nachmittag nen Deutschen getroffen. Ein unfreundlicher eingebildeter Typ aus Fulda, der meint er wuerde voll cool und so durch Australien reisen und er hat schon so unfassbar viele und coole Sachen gemacht, und hatte die besten Jobs und so ;-) Ich habe mich nicht viel mit dem beschaeftigt, weil ich mir den Luxus zu nutzen gemacht habe auszusuchen mit wem ich was zu tun habe und mit wem nicht (Privileg fuer Backpacker ;-) ). Er hat uns allen aber erzaehlt dass er vor einiger Zeit in Kalgoorie (Western Australia) in einer Miene gearbeitet hat und in 3 Nachtschichten 1500 Dollar gemacht hat und dabei die Haelfte der Zeit geschlafen hat. Nach eigener Aussage hat er 2 Mal 3 Naechte gearbeitet... Klingt grundsaetzlich nach dem Job, den man unbedingt haben muss ;-) Was ich nur nicht verstehe?? Wenn er ja in einem ekelhaften langweiligen Ort in WA ist und ehh nix zu tun hat, Perth Ewigkeiten weg ist und so nix da ist, und dieser Job ihm unfassbar viel Kohle einbringt, warum bleibt der Knaller nicht nen Monat und verdient so viel Geld dass er sich gepflegt nach Thailand begeben koennte und den Rest seines Lebens mit einem Harem She-Males verbringen koennte??? Das klingt doch alles sehr sehr komisch... Deswegen habe ich mich auch nicht so richtig mit dem Thema befasst... Markus und Axel waren da anders... Sie haben sich alle noetigen Infos bei dem abgebrannten Fuldaner geholt und sind tatsaechlich am naechsten Morgen losgefahren. So trennten sich leider unsere Wege. War eine coole Zeit seit dem Yarra Valley, aber vielleicht kommen wir ja nochmal in den Genuss nen kleinen gemeinsamen Roadtrip zu starten...

Am gleichen Tag haben Thomas und ich einen Job gefunden, bei einer Art Contractor namens Larry. Wenn man fies waer, koennte man jetzt wieder ein Wunder abziehen, weil der Typ die Art Mensch ist, die man ohne zu ueberlegen mit einer 200ml Dose Cola in die Wueste schicken koennte und das auch unter Umstaenden tun wuerde... Das wussten wir natuerlich am Anfang nicht. Larry hat 3 Haeuser in Mildura, die er an Backpacker vermietet. Fuer 120 Dollar (100 Euro)!!!! Merkt euch die Zahl :-) Er hat dann bei allen Farmern im Umkreis Tuerklinken geputzt und denen verklickert, dass er Arbeitskraefte hat und ihnen gegen einen Anteil zur Verfuegung stellt. Grundsaetzlich keine schlechte Idee, es kommt nur drauf an wie der Mensch ist, ob er ausnutzt oder den Leuten helfen will... Er war von der ausnutzenden Sorte... Wir haben ihm gesagt, dass wir bei einer Familie wohnen und deshalb erstmal nicht in sein "Hostel" ziehen wollen. Das war fuer ihn OK, er warnte uns nur schonmal vor, dass er in diesem Fall eine Prozentzahl (die er uns natuerlich nicht verraten hat) vom Lohn abziehen wird. Da wir unbedingt nen Job brauchten und echt keine Lust mehr hatten zu suchen, haben wir dem ganzen nen Versuch gegeben.
Ein weiteres Problem war es diesen Mann zu erwischen... Man hat ihn angerufen oder SMS geschrieben wann man ihn treffen kann. Freundlich meinte er dann immer: "Seid in 20 Minuten beim K-Mart, ich warte da auf euch!" Denkste.... Natuerlich ist man als deutscher IMMER puenktlich, so auch wir. Aber keine Spur von Larry, nach 5 weiteren Anrufen und teilweise einer Stunde Wartezeit ist dann der Knaller angekommen, hat die Haelfte der Zeit telefoniert und man war auch nicht schlauer danach. Er hatte immer eine Deutsche im Schlepptau, eventuell als Dolmetscherin :-) Tzzz.... Wer braucht denn sowas?? :-) Ich auf jeden fall nicht mehr... HAHA... Die war dann aber die weibliche Ausgabe von grosskotzigen, eingebildeten Fuldanern ;-) Kein Interesse am anderen Mensch und auch sonst voellig neben der Kappe. Wir haben nicht viel von ihr erfahren. Angeblich arbeitet sie fuer Larry, aber kein Fruitpicking oder sonst was... Wer weiss was fuer nen "Job" das Maedchen machen muss ;-) Armes Ding, vor allem weil Larry kleiner war als sie :-D

Naja, da wir nicht in dem Hostel schlafen wollten, mussten wir mit dem eigenen Auto zur Arbeit fahren. Da wir uns nicht auskannten, musste Larry uns immer aufsammeln und zur Farm leiten. Wir haben uns dann beispielsweise um 9 verabredet, aber ich hab euch oben schon erklaert wie zuverlaessiggrade einfach. Um Mildura werden viele Weintrauben angebaut. Die Art von Weintrauben die gross sind und die man essen kann, sehr wenig mit Wein. Auf die Baeume werden dann Folien gelegt und mittels Nagel befestigt. Unser Job wars aber die Naegel rauszumachen und die Folie zum Aufrollen auf den Boden zu legen... Wir waren ziemlich motiviert und haben Vollgas gegeben, da man nach Meter bezahlt wird. 2,5 Cent pro Meter um genau zu sein :-) Dann rechnet mal wie viel man machen muss um 90 Dollar am Tag zu verdienen, hehe...

Nach 2 Tagen haben wir uns dann aber doch ueberlegt in eins seiner Haeuser zu ziehen, da wir keine Lust hatte immer auf Larry zu warten, und vom Hostel aus gibts dann den Shuttleservice, den er anbietet wenn man im Haus wohnt. Haben uns dann eines Abends mal wieder vor seinem Haus verabredet. Unfassbar wie die aussahen. Die letzte Absteige, keiner kuemmert sich ums Haus, es ist dreckig und man hatte nicht mal eine warme Dusche... Und ihr erinnert euch noch an den Betrag den er woechentlich abzieht?? 120 DOLLAR... Abzocker... Naja, natuerlich lies Larry mal wieder auf sich warten, also goennten wir uns schonmal ne kalte Dusche und einen kleinen Schwatz mit den restlichen Bewohnern. Nach 1,5 Stunden warten wurde es uns dann zu viel... Wir packten unsere sachen und sind abgedampft. Noch am gleichen Abend hat uns Kiata gesagt dass er ab Montag nen neuen Job fuer uns hat, Zitronen pfluecken :-) Und ich habe Larry gesagt dass wir nach 2 tagen nicht mehr fuer ihn arbeiten werden und er uns bitte das Geld fertig machen soll.... Nach ueber 2 Wochen haben wir dann auch endlich unser Geld bekommen ;-)

Also gings ab Montag los mit Picking... Die Farm wo wir pfluecken sollten war 45km entfernt von Mildura, bei einem Farmer namens Glen... Am ersten Tag waren wir zu dritt... Thomas, Kiata und ich... 2 Autos... und der Wunsch nach Camping... Der Plan war unter der Woche in Nangiloc zu bleiben und am Wochenende nach Mildura zurueckzufahren. Nach dem ersten Tag Color-Picking mussten wir uns dann eine geeignete Schlafstelle suchen. Am oertlichen Sportplatz wurden wir dann fuendig. Da gabs ne Toilette mit nem Wasseranschluss fuer meine selbstgebaute Campingdusche ;-) Da wir am Murray River waren, der Grenze zwischen New South Wales und Victoria, gab es nur Flusswasser vom Wasserhahn... Egal... Das Problem war viel mehr, dass es a.....kalt war!! Hab mir bei meiner ersten Duschsession direkt ne Erkaeltung eingefangen, die ich bis heute noch mit mir mitschleppe... In der 2. Woche hat uns Glen aber freundlicherweise die Dusche in seinem Ferienhaus zur Verfuegung gestellt... Da macht das arbeiten gleich viel mehr Spass...






Am 2. Arbeitstag waren wir aber leider nur noch zu zweit. Denn Kiata hats nicht ausgehalten auf der Ladeflaeche seines Autos zu schlafen ;-) Das war aber fast mit Ankuendigung. Ich denke das war geplant ;-) Egal, denn wir hatten nen Job und konnten Vollgas arbeiten. Nach den Zitronen haben wir dann noch ein paar Tage Orangen gepflueckt wo uns Kiatas Tochter Retta und ihr Cousin Blunx Gesellschaft geleistet haben. Tolle Leute, ganz nebenbei... Da es auch bei Orangen verschiedene Sorten gibt die zu unterschiedlichen Zeiten im Jahr geerntet werden und Glen von der geforderten Sorte nur wenige Baeume hat, sind wir seit dem 19. wieder arbeitslos und muessen was neues finden....

Seit ich hier in Mildura bin, war ich jeden Samstag in der Kirche... ich lerne dort jedes Mal neue Leute kennen die alle helfen wollen und sich sehr interessieren. Es gibt dort eine grosse Jugendgruppe, die alle viel Spass haben, so auch ich :-)











Jeden Samstag werde ich dann auch zum Mittagessen eingeladen, immer woanders, immer toll, immer lecker, immer sehr abwechslungsreich...
Ich glaube diese Kirche ist der Grund warum ich Mildura so toll finde. Ich habe zum Beispiel Kiata kennengelernt, wo ich jetzt wohne, ich habe Rhonda kennengelernt, mit der ich das Hobby Photografie ausdiskutieren kann, ich habe Di kennengelernt, die mich genoetigt hat in einer Band Gitarre zu spielen, ich habe Lee kennengelernt, der mich sehr unterstuetzt einen Bauingenieurjob zu finden, ich habe Brenda kennengelernt, die versucht mich mit Kate zu verkuppeln und ich habe Kate kennengelernt, die zwar huebsch ist, sonst aber nichts zu bieten hat :-) und natuerlich die ganze jugendgruppe... toller haufen...

am 20. hatte ich dann ein, von Lee organisiertes, Vorstellungsgespraech bei der Firma Aurecon... Es sieht ganz gut aus, dass ich bald nen Job bekomme... Als quasi Bauleiter, wenn ich den Mann mit dem komischen australischen Akzent richtig verstanden hab. Freue mich schon, hoffe das klappt... Waer cool... Gutes Geld, Verantwortung, Englisch lernen fuer Fortgeschrittene :-D

So, das duerfte es erstmal gewesen sein.... Ich hoffe ich konnte euch wieder nen kleinen Einblick in meinen wundervollen Aufenthalt in Australien geben...
Wies weitergeht seht ihr in der naechsten Maus!!!!






Dienstag, 26. April 2011

15.04. - 27.04. Adelaide, Renmark, Mildura

Nach dem schoenen Aufenthalt in Kangaroo Island war dann mal wieder etwas Abwechslung angesagt! Es ging nach Adelaide. Vorher haben wir uns im Harvest Office in McLaren Vale angemeldet und hatten auch einen Job fuer Montag zugesichert bekommen... Also erstmal das Wochenende in Adelaide verbringen. Haben im Hostel eingecheckt und haben dann etwas die Stadt angeschaut und sind Abends weggegangen. War mal wieder etwas neues... Natuerlich habe ich dort wieder jede Menge Leute getroffen, die mir vorher schonmal auf meiner Reise ueber den Weg gelaufen sind... ;-)

Im Prinzip ist Adelaide gemuetlich, nicht zu viel los in der Innenstadt und alles ganz gechillt... Leider bin ich seit meinem Roadtrip nicht scharf drauf durch Staedte zu laufen und mit alles anzuschauen! Deswegen habe ich es in Adelaide nur auf die Partymeile und ins Museum of South Australia geschafft... Letzteres hat sich aber 100% gelohnt und war sehr interessant!!

Sonntag sind wir dann noch nach Glenelg gefahren, ein kleiner Strandvorort von Adelaide... Der Name ist witzig, aber furchtbar unkreativ. Beim genaueren hinschauen koennte man meinen der Stadtgruender hiess Glen und hat einfach seinen Namen gespiegelt und "Glenelg" draus gemacht... Was fuern Kanister... In Glenelg sind wir etwas an der Promenade langeschlendert und haben tatsaechlich unseren ersten wilden Delpfin in der Bucht gesehen... Er ist bis zu 5 m an uns heran gekommen... Ich mage diese Fische, habe ich festgestellt und hiermit begruesse ich den Tierschutz ;-) Speziell fuer Delfine...

Markus und Axel, meine Travelmates, mussten die Regio fuer ihr Auto verlaengern. Die laeuft immer ein Jahr und je nach Staat ist es wenig bis sehr viel Aufwand das ganze zu verlaengern. Mein Van ist in Western Australia angemeldet, wo ich sehr wenig Verwaltungsaufwand habe. Musste nur ins Internet und fuer ein weiteres Jahr bezahlen. Die Karre von den Schwaben ist aber in New South Wales angemeldet, dem wohl strengsten Staat. Dort muss man regelmaessig zum TUEV und die Verlaengerung vor Ort vornehmen (Angaben ohne Gewaehr, kann mich auch irren, ich blicke die Buerokratie hier ehh nicht so)...

Naja, worauf ich hinaus will, Axel ist nach New South Wales gefahren um das ganze Zeug mit dem Auto zu klaeren und Markus ist uebergansweise bei mir "eingezogen". Wir haben uns dann auf den Weg nach McLaren Vale gemacht. Dort sind wir dann noch einkaufen gegangen und haben ne Gruppe deutscher backpacker getroffen. Haben die gefragt wie die Arbeitssituation hier so ist... Sie haben uns dann die Geschichte erzaehlt wie kompliziert es da fuer Backpacker ist bezueglich Unterkunft und Arbeit und ich habe mich wieder nach Lilydale zurueckversetzt gefuehlt... nach dem Gespraech mit den Deutschen haben Markus und ich uns dann kurzfristig entschieden nicht zu dem Job zu gehen und wieder Richtung Adelaide zu fahren. Auf dem Weg dorthin haben wir dann am Strassenrand in einem anderen Vorort mit Strandblick geschlafen...

Am naechsten Tag war dann der Tag an dem ich Thomas vom Flughafen abholen musste. Thomas ist mein ehemaliger Mitbewohner aus Detmolder Zeiten. Er war seit Februar in Neuseeland unterwegs und war dann auf der Suche nach Arbeit. Da es in Neuseeland eher schwierig ist, hat er sich kurzfristig entschieden nach Australien zu kommen und mir Gesellschaft zu leisten :-)
Um noch die Zeit totzuschlagen bis ich ihn holen musste, waren Markus und ich in Hahndorf, dem groessten deutschstaemmigen Ort in Australien. War ganz witzig zu sehen wie die Australier krampfhaft versuchen an dieser Geschichte festzuhalten und damit auch noch Geld zu verdienen... Deutsch ist in diesem Ort nichts mehr, ausser die Flaggen die vor jedem Shop haengen und der Tante-Emma-Laden im Ortzentrum...

Mit Thomas haben wir uns dann auf den Weg nach Renmark gemacht, oestlich von Adelaide, wo wir gehoert haben dass dort Orange-Picking-Jobs sein sollen... Das hat sich auch angeboten, da Axel sowieso in der Richtung ist! In Renmark mussten wir leider feststellen dass die Picking-Saison noch nicht angefangen hat, also sind wir weiter nach Mildura, weil wir erfahren haben das dort auf jeden Fall ein Job auf uns wartet.

Tatsaechlich durften wir 2 Tage spaeter ran ----- Dachten wir... Am besagten Tag mussten wir um 7:30 am Hostel von unserm Chef sein um dann den Job zu bekommen. Er kam aber total verpennt aus seinem Zimmer und hat uns gesagt, dass es keinen Job gibt, wegen dem 'schlechten Wetter'. Son Quatsch, es hat vor 2 Tagen in der Nacht geregnet... Wir waren stinkesauer und sind wieder abgezogen...

Im Harvest Office haben wir dann die Nummer von einem Tuerken bekommen. Schlechtes Geld und schlechte Bedingungen... Kann ja super werden. Der Job war verdorrte Aeste von Weinreben zu reissen. Und es gibt ganze 22 Cent pro Weinbaum... Was fuer ein Witz... Hoechstmotiviert und voller guter Laune sind wir zu diesem Job gefahren und fingen an. Im Endeffekt  haben wir fuer 100 Baeume (22 Dollar) 4 Stunden gebraucht... Ist das nicht super??? Und noch dazu hatten Thomas und ich keine Handschuhe, also hatten wir zu den 22 Dollar auch noch jede Menge Blasen an den Haenden. Kann es was schoeneres geben??? Zu diesem Zeitpunkt habe ich das erste Mal in Australien ernsthaft darueber nachgedacht wieder nach Hause zu fliegen.... Ihr koennt euch also vorstellen dass ich ziemlich angereizt war...
Wir haben uns dann jeder 22 Dollar auszahlen lassen und sind abgehauen. Da aber das Osterwochenende vor der Tuer stand, gabs leider keine weiteren Jobs...
Wohl oder uebel mussten wir also warten bis Ostern vorbeigeht...

Am Samstag bin ich dann aber mal wieder in die oertliche Kirche gegangen und hab etwas Kraft getankt...

Dort ist mir dann zur Abwechslung mal wieder was tolles passiert. Ich habe Kiata kennengelernt (Wunder Nummer 8)... Ein samoanischer Auswanderer, der mir quasi BEFOHLEN hat mit ihm und seiner Familie zu Mittag zu essen... Ich wurde noch von einer anderen netten Frau eingeladen, jedoch hatte ich ja jetz keine Wahl mehr ;-)
Kiatas Familie ist riesig. Er hat 5 eigene und 3 adoptierte Kinder und 2 Nichten waren ueber Ostern zu Besuch.
Nach dem leckeren Essen hat er dann angeboten dass wir 4 Jungs bei ihm wohnen duerfen... Ich hab mich nur gefragt wo wir alle schlafen sollen, habe dann aber zugesagt :-) Am gleichen Abend sind wir dann vorgefahren und haben nach dem Essen unser Lager aufgeschlagen. Haben uns aber dazu entschieden im Auto zu schlafen um nicht zu viel Platz in Anspruch zu nehmen.

Zusaetzlich zur Unterkunft hat Kiata uns dann am Ostersonntag dann zum Weintraubenpfluecken mitgenommen.... Das hat sich dann in etwa dem Stundenlohnniveau des Tuerken angepasst, jedoch mit weitaus einfacherer Arbeit. Ich glaube wir haben 3 Tagen 70 Dollar verdient... Wir haben das ganze im Endeffekt aber nur als Beschaeftigungsmassnahme gesehn...

Nach Ostern gehts also wieder auf Jobsuche... Ich hoffe es geht bald wieder bergauf....

Montag, 18. April 2011

01.04. - 14.04 Great Ocean Road & Kangaroo Island, Australien ist ein Dorf

Der erste groessere Roadtrip war echt cool...

Wie bei allem muss man auch hier erstmal wieder mit der Situation klar kommen. Am Morgen entscheiden wo man hinfaehrt...
Also gings erstmal grob in Richtung Ost-Melbourne, genauer nach Torquay, der Surfhauptstadt Australiens, ausserdem Geburtsstadt von Rip Curl und Tor zur Great Ocean Road.
Da haben wir dann erstmal Wild gecampt. Ganz schoener Nervenkitzel. Denn wenn man auf der Great Ocean Road erwischt wird, haette das direkt mehrere Hundert Dollar Strafe pro Kopf gekostet... Naja... No Risk No Fun... :-)
Am naechsten Tag haben wir dann etwas geshoppt und uns mit Karten und sehenswuerdigen Sehenswuerdigkeiten ausgestattet und sind dann los.
Bells Beach, Point Addie und Anglesea waren unsere ersten Adressen, kleine Orte mit ein paar Sehenswuerdigkeiten, tolle Straende, super Ausblicke, sehr cool...


In Lorne haben wir dann den ersten Stop eingelegt. Haben auf nem Campingplatz nach ner Dusche gefragt, die dann sogar umsonst war. Haben dann auf unsere Waesche dort gewaschen... Also den ganzen Tag auf nem Camping Platz verbracht. Wir wollten es drauf anlegen und die Nacht einfach da bleiben. Aber abends haben wir dann mitbekommen, dass die nach ner Gruppe suchen, die schon den ganzen Tag auf dem Platz rumlungern sollen... Schnell Sachen gepackt und weg :-)
Haben aber auf dem Camping nen englisches weibliches Trio kennengelernt, mit denen wir uns dann zu einem spaeteren Zeitpunkt wiedertreffen wollten...
Im Laufe des Roadtrips sind wir quasi taeglich aneinander vorbeigefahren, haben uns beim Einkaufen getroffen, oder an der tankstelle... War immer extrem witzig :-)
In den naechsten Tagen standen dann tolle Plaetze auf dem Programm:

Der Strand bei Johanna... Tolle Bilder konnte man da schiessen
Die Twelve Apostels
The Arch
London Bridge

Richtig tolle Momente, Ausblicke und Bilder gabs da... Und das Wetter hat auch immer mitgespielt. Wenn wir im Auto sassen, hats geregnet und wenn wir ausstiegen, kam die Sonne raus. Natuerlich haben wir regelmaessig auch wieder unsere neuen englischen Freundinnen wiedergetroffen...

Wir wollten von Warnambool in die Grampians fahren. Ein Nationalpark noerdlich der Suedkueste... Soll eine wunderschoene Gegend sein. Leider haben wir erfahren, dass es auch dort Ueberschwemmungen gegeben hat und viiele der Strassen zu den tollen Plaetzen unpassierbar sind. Schade... Also gings weiter an der Kueste Richtung Adelaide.

Nach der Great Ocean Road kamen wir an einen unbeschreiblich schoenen Strand mit Blick auf den Sonnenuntergang. Long Beach bei Kingston SE... SPontan haben wir uns entschieden dort einen weiteren Tag zu verbringen. War einfach toll und das Wetter war auch super.... Dort war nirgendwo ein Schild mit Camping verboten, also haben wir uns direkt an den Strand gestellt, mit Tuer zum Horizont... Einfach der Wahnsinn...

Vom Long Beach gings dann nach Victor Harbor, wo wir (mal wieder spontan) die Faehre fuer den selben Tag nach Kangoroo Island gebucht haben... :-) Teurer Spass, weshalb wir dann gesagt haben, dass mein Auto auf dem Festland bleibt und wir zu dritt mit einem Auto fahren und dann im Zelt schlafen...

Da wir in Victor Harbor wieder auf den Van der Englaenderin trafen haben wir diesmal einen Zettel am Fenster hinterlassen, dass wir noch am selben Abend auf die Insel fahren.
In Kangaroo Island haben wir fuer die erste Nacht einen Camping Platz gebucht. Da angekommen und das Zelt aufgebaut, fahren WIEDER die Maedels an uns vorbei und winken freundlich... Wir verbringen den Abend zusammen, lachen viel und entscheiden uns dann die ersten Tage auf der Insel gemeinsam zu verbringen.

Das Wetter ist leider nicht das beste gewesen, aber davon laesst sich eine deutsch-englische Kombo nicht abschrecken... Wir schauen uns direkt am ersten Tag die beruehmten Seeloewen der Insel an... Von da aus wollten wir dann nach Vivonne Bay um dort zu sandboarden. Auf dem Weg verlieren wir aber die Maedels... Wir drehen um und sehen dass sie liegengeblieben sind... Riemen gerissen... Na toll... Ich glaube in diesem Moment waren wir fuer die Maedels Wunder Nummer 1 :-) :-D um die zeit zu vertreiben, kochen wir am strassenrand, spielen etwas football auf der strasse und sitzen im auto und lernen uns besser kennen! zwischendurch schuettest mal wie aus eimern, oder die sonne scheint... gluecklicherweise werden sie abgeschleppt und noch am selben abend kann das auto wieder startklar gemacht werden... am abend in kingston schleichen wir uns in einen campingplatz und verbringen die nacht da... dusche und warmes wasser natuerlich inklusive :-)



ab dann konnte der trip aber endlich richtig losgehen. wir waren sandboarden, haben und seeloewen, kangoroos und koalas angeschaut, sind in den Flinders National Park gefahren und haben uns die wunderschoenen Remarkable Rocks und den Admirals Arch angeschaut. Da die Englaenderinnen ihr Auto am Montag abgeben mussten, haben sie uns schon frueher verlassen... Irgendwie vermisse ich sie! Sie waren zwar ein komischer lustiger Haufen, aber trotzdem liebenswert :-)

Wieder auf uns allein gestellt haben wir uns den Rest der Insel angeschaut. Verschiedene Leuchttuerme, tolle Straende, eine Honigfarm mit den seltenen Italienischen Bienen eine Eukalyptusdystllerie. Am Snelling Beach haben wir ein Gruppe  von 12-15 jaehrigen Kindern getroffen. Sie haben eine organisierte Schnorcheltour gemacht. Ich habe die Veranstalter gefragt wie es ist und ob das Wasser sehr kalt ist... Kurz bevor ich mich verabschieden wollte, habe ich einfach mal, ganz unverbindlich, gefragt ob wir uns 3 ihrer Neoprenanzuege ausleihen koennten. Natuerlich habe ich nicht damit gerechnet, dass wir welche bekommen, aber wer haette das gedacht, 10 Minuten spaeter standen wir knietief im Wasser und haben uns gefreut, dass wir schnorcheln gehen... :-) An dieser Stelle: Australier sind echt ein unfassbar freundliches Volk... Man wird jedes Mal aufs neue ueberrascht...

nach einer weiteren Nacht illegalem Campen in Kingscote und auf einem anderen Free Camping Platz gings dann auch wieder zurueck nach Cape Jervis, aufs Festland, wo mein geliebter Van steht :-)

Da mein Geld auf dem australischen Konto langsam weniger wurde und ich noch die Registrierung meines Vans verlaengern muss, wird es wieder Zeit einen Job zu finden....

Sonntag, 17. April 2011

14.03. - 31.03. Es lebe das Grape-Picking :-)

Obwohl ich wusste dass am 14.03. ein Feiertag war, kam ich leider nicht auf den Gedanken, dass alle Geschaefte zu haben :-) So auch das Harvest Office in Lilydale :-) Clever von mir... Meine Mum wuerde jetzt sagen: "Typisch Ilia!!!" - An dieser Stelle: Ich liebe dich Mum :-*

Aber zu meiner Verteidigung: Selbst die duemmsten Aktionen von mir, stellen sich kurz danach als absolut richtig heraus, wie meine Ankunft in Lilydale beweist. Bei meiner Ankunft in die Stadt konnte ich einen kurzen Blick auf den See erwischen. "Viel los da" - denk ich mir... Da das Buero zu hatte und ich nach etwas rumfahren im Ort von einer toten Stadt ausgehe, entscheide ich mich zum See zu fahren. Ich stelle mich auf den gefuehlt einzigen freien Platz auf dem Parkplatz. Neben mir steht ein weisser 4x4 Gelaendewagen und offensichtlich machen 2 Backpacker nen kleinen allgemeinen Motorcheck. Ich merke dass sie deutsch sind und komme mit ihnen ins Gespraech. Markus 28 und Axel 26, zwei Schwaben aus Naehe Stuttgart... Sie stellen sich als Wunder Nummer 5 heraus, denn wir verstehen uns gut und werden die naechsten Wochen gemeinsam verbringen (dazu spaeter mehr). Tolle Kerle... Es stellt sich heraus, dass dieser Parkplatz eine der ersten Anlaufstellen fuer alle Backpacker ist. Sie haben recht, denn ueberall stehen Vans und Station Wagon... Alles Backpacker...

Die Jungs geben mir eine Nummer von einem Contractor aus der Gegend, der Backpacker an Winzereien vermittelt, wo sie dann fuer 18,60 AU$ arbeiten duerfen. Der Preis ist nicht ueberwaeltigend, aber ok, ich will ja nicht meckern!! Ich rufe den Mann an und nur 3 Stunden spaeter habe ich meinen neuen Job und darf am naechsten Tag mit den Jungs auf dem gleichen Vineyard anfangen (Wunder Nummer 6).

Die ersten 2 Tage kommen wir auf unterschiedliche Winzereien wo wir mit unserer Supervisorin Melissa zusammenarbeiten. Es macht Spass und es ist nicht zu stressig. Am 3. Tag sollten wir auch eine Farm kommen, wo Melissas Mutter arbeitet, Helen, die dort unsere neue Supervisorin werden sollte. Diese Winzerei bezeichne ich einfach mal als Wunder Nummer 7, denn sie ist das was man sich unter einem perfekten Arbeitgeber vorstellen kann. Am ersten Tag hat unser Chef Russell uns erklaert wie wir picken (also pfluecken) sollen und worauf wir zu achten haben. "Nehmt euch Zeit! schaut euch die Fruechte genau an! Habt keine Angst Fruechte auf den Boden zu werfen, wenn ihr meint, dass sie nicht gut sind!" Der Vineyard ist ausgestattet mit einem perfekten Blick aufs Tal und man kann zwischen den Reben Kangoroos beobachten. Wir hatten dort eine tolle Zeit und es hat jeden Tag spass gemacht da zu arbeiten. Leider wurde es verhaeltnismaessig frueh kalt im Yarra Valley und morgens aufstehen wurde echt ungemuetlich. Durch das komische Wetter in ganz Australien und auch in Lilydale, reiften die Trauben langsamer und wir konnten nicht in einem Zug durcharbeiten. Fuer uns hiess das im Endeffekt: Ein Tag arbeiten, 2 Tage frei...





Also haben wir uns nach etwas mehr als 3 Wochen arbeiten dazu entschieden die Gegend zu verlassen und nen Roadtrip zu starten. Da Axel und Markus in die gleiche Richtung wollten, schlossen wir uns zu einem Konvoi zusammen....












Lustigerweise habe ich in Lilydale die ganze Franzosenbande aus den Snowy Mountains und Shepparton wiedergetroffen. Aymeric hat zu diesem Zeitpunkt noch ungefaehr einen Monat in Australien uebrig. Da ich alleine bin und gerne das Spritgeld teilen wuerde, biete ich ihm an bis Adelaide mitzufahren :-) Er sagt spontan zu und somit habe ich be der Abfahrt einen lustigen Franzosen neben mir sitzen, bei dem ich das Gefuehl habe, dass ich ihm Englisch beibringen muss :-) Aber er ist witzig und wir lachen viel...

Great Ocean Road ------ Ich koooooooooooooooooooooooomme :-)