Dienstag, 26. April 2011

15.04. - 27.04. Adelaide, Renmark, Mildura

Nach dem schoenen Aufenthalt in Kangaroo Island war dann mal wieder etwas Abwechslung angesagt! Es ging nach Adelaide. Vorher haben wir uns im Harvest Office in McLaren Vale angemeldet und hatten auch einen Job fuer Montag zugesichert bekommen... Also erstmal das Wochenende in Adelaide verbringen. Haben im Hostel eingecheckt und haben dann etwas die Stadt angeschaut und sind Abends weggegangen. War mal wieder etwas neues... Natuerlich habe ich dort wieder jede Menge Leute getroffen, die mir vorher schonmal auf meiner Reise ueber den Weg gelaufen sind... ;-)

Im Prinzip ist Adelaide gemuetlich, nicht zu viel los in der Innenstadt und alles ganz gechillt... Leider bin ich seit meinem Roadtrip nicht scharf drauf durch Staedte zu laufen und mit alles anzuschauen! Deswegen habe ich es in Adelaide nur auf die Partymeile und ins Museum of South Australia geschafft... Letzteres hat sich aber 100% gelohnt und war sehr interessant!!

Sonntag sind wir dann noch nach Glenelg gefahren, ein kleiner Strandvorort von Adelaide... Der Name ist witzig, aber furchtbar unkreativ. Beim genaueren hinschauen koennte man meinen der Stadtgruender hiess Glen und hat einfach seinen Namen gespiegelt und "Glenelg" draus gemacht... Was fuern Kanister... In Glenelg sind wir etwas an der Promenade langeschlendert und haben tatsaechlich unseren ersten wilden Delpfin in der Bucht gesehen... Er ist bis zu 5 m an uns heran gekommen... Ich mage diese Fische, habe ich festgestellt und hiermit begruesse ich den Tierschutz ;-) Speziell fuer Delfine...

Markus und Axel, meine Travelmates, mussten die Regio fuer ihr Auto verlaengern. Die laeuft immer ein Jahr und je nach Staat ist es wenig bis sehr viel Aufwand das ganze zu verlaengern. Mein Van ist in Western Australia angemeldet, wo ich sehr wenig Verwaltungsaufwand habe. Musste nur ins Internet und fuer ein weiteres Jahr bezahlen. Die Karre von den Schwaben ist aber in New South Wales angemeldet, dem wohl strengsten Staat. Dort muss man regelmaessig zum TUEV und die Verlaengerung vor Ort vornehmen (Angaben ohne Gewaehr, kann mich auch irren, ich blicke die Buerokratie hier ehh nicht so)...

Naja, worauf ich hinaus will, Axel ist nach New South Wales gefahren um das ganze Zeug mit dem Auto zu klaeren und Markus ist uebergansweise bei mir "eingezogen". Wir haben uns dann auf den Weg nach McLaren Vale gemacht. Dort sind wir dann noch einkaufen gegangen und haben ne Gruppe deutscher backpacker getroffen. Haben die gefragt wie die Arbeitssituation hier so ist... Sie haben uns dann die Geschichte erzaehlt wie kompliziert es da fuer Backpacker ist bezueglich Unterkunft und Arbeit und ich habe mich wieder nach Lilydale zurueckversetzt gefuehlt... nach dem Gespraech mit den Deutschen haben Markus und ich uns dann kurzfristig entschieden nicht zu dem Job zu gehen und wieder Richtung Adelaide zu fahren. Auf dem Weg dorthin haben wir dann am Strassenrand in einem anderen Vorort mit Strandblick geschlafen...

Am naechsten Tag war dann der Tag an dem ich Thomas vom Flughafen abholen musste. Thomas ist mein ehemaliger Mitbewohner aus Detmolder Zeiten. Er war seit Februar in Neuseeland unterwegs und war dann auf der Suche nach Arbeit. Da es in Neuseeland eher schwierig ist, hat er sich kurzfristig entschieden nach Australien zu kommen und mir Gesellschaft zu leisten :-)
Um noch die Zeit totzuschlagen bis ich ihn holen musste, waren Markus und ich in Hahndorf, dem groessten deutschstaemmigen Ort in Australien. War ganz witzig zu sehen wie die Australier krampfhaft versuchen an dieser Geschichte festzuhalten und damit auch noch Geld zu verdienen... Deutsch ist in diesem Ort nichts mehr, ausser die Flaggen die vor jedem Shop haengen und der Tante-Emma-Laden im Ortzentrum...

Mit Thomas haben wir uns dann auf den Weg nach Renmark gemacht, oestlich von Adelaide, wo wir gehoert haben dass dort Orange-Picking-Jobs sein sollen... Das hat sich auch angeboten, da Axel sowieso in der Richtung ist! In Renmark mussten wir leider feststellen dass die Picking-Saison noch nicht angefangen hat, also sind wir weiter nach Mildura, weil wir erfahren haben das dort auf jeden Fall ein Job auf uns wartet.

Tatsaechlich durften wir 2 Tage spaeter ran ----- Dachten wir... Am besagten Tag mussten wir um 7:30 am Hostel von unserm Chef sein um dann den Job zu bekommen. Er kam aber total verpennt aus seinem Zimmer und hat uns gesagt, dass es keinen Job gibt, wegen dem 'schlechten Wetter'. Son Quatsch, es hat vor 2 Tagen in der Nacht geregnet... Wir waren stinkesauer und sind wieder abgezogen...

Im Harvest Office haben wir dann die Nummer von einem Tuerken bekommen. Schlechtes Geld und schlechte Bedingungen... Kann ja super werden. Der Job war verdorrte Aeste von Weinreben zu reissen. Und es gibt ganze 22 Cent pro Weinbaum... Was fuer ein Witz... Hoechstmotiviert und voller guter Laune sind wir zu diesem Job gefahren und fingen an. Im Endeffekt  haben wir fuer 100 Baeume (22 Dollar) 4 Stunden gebraucht... Ist das nicht super??? Und noch dazu hatten Thomas und ich keine Handschuhe, also hatten wir zu den 22 Dollar auch noch jede Menge Blasen an den Haenden. Kann es was schoeneres geben??? Zu diesem Zeitpunkt habe ich das erste Mal in Australien ernsthaft darueber nachgedacht wieder nach Hause zu fliegen.... Ihr koennt euch also vorstellen dass ich ziemlich angereizt war...
Wir haben uns dann jeder 22 Dollar auszahlen lassen und sind abgehauen. Da aber das Osterwochenende vor der Tuer stand, gabs leider keine weiteren Jobs...
Wohl oder uebel mussten wir also warten bis Ostern vorbeigeht...

Am Samstag bin ich dann aber mal wieder in die oertliche Kirche gegangen und hab etwas Kraft getankt...

Dort ist mir dann zur Abwechslung mal wieder was tolles passiert. Ich habe Kiata kennengelernt (Wunder Nummer 8)... Ein samoanischer Auswanderer, der mir quasi BEFOHLEN hat mit ihm und seiner Familie zu Mittag zu essen... Ich wurde noch von einer anderen netten Frau eingeladen, jedoch hatte ich ja jetz keine Wahl mehr ;-)
Kiatas Familie ist riesig. Er hat 5 eigene und 3 adoptierte Kinder und 2 Nichten waren ueber Ostern zu Besuch.
Nach dem leckeren Essen hat er dann angeboten dass wir 4 Jungs bei ihm wohnen duerfen... Ich hab mich nur gefragt wo wir alle schlafen sollen, habe dann aber zugesagt :-) Am gleichen Abend sind wir dann vorgefahren und haben nach dem Essen unser Lager aufgeschlagen. Haben uns aber dazu entschieden im Auto zu schlafen um nicht zu viel Platz in Anspruch zu nehmen.

Zusaetzlich zur Unterkunft hat Kiata uns dann am Ostersonntag dann zum Weintraubenpfluecken mitgenommen.... Das hat sich dann in etwa dem Stundenlohnniveau des Tuerken angepasst, jedoch mit weitaus einfacherer Arbeit. Ich glaube wir haben 3 Tagen 70 Dollar verdient... Wir haben das ganze im Endeffekt aber nur als Beschaeftigungsmassnahme gesehn...

Nach Ostern gehts also wieder auf Jobsuche... Ich hoffe es geht bald wieder bergauf....

Montag, 18. April 2011

01.04. - 14.04 Great Ocean Road & Kangaroo Island, Australien ist ein Dorf

Der erste groessere Roadtrip war echt cool...

Wie bei allem muss man auch hier erstmal wieder mit der Situation klar kommen. Am Morgen entscheiden wo man hinfaehrt...
Also gings erstmal grob in Richtung Ost-Melbourne, genauer nach Torquay, der Surfhauptstadt Australiens, ausserdem Geburtsstadt von Rip Curl und Tor zur Great Ocean Road.
Da haben wir dann erstmal Wild gecampt. Ganz schoener Nervenkitzel. Denn wenn man auf der Great Ocean Road erwischt wird, haette das direkt mehrere Hundert Dollar Strafe pro Kopf gekostet... Naja... No Risk No Fun... :-)
Am naechsten Tag haben wir dann etwas geshoppt und uns mit Karten und sehenswuerdigen Sehenswuerdigkeiten ausgestattet und sind dann los.
Bells Beach, Point Addie und Anglesea waren unsere ersten Adressen, kleine Orte mit ein paar Sehenswuerdigkeiten, tolle Straende, super Ausblicke, sehr cool...


In Lorne haben wir dann den ersten Stop eingelegt. Haben auf nem Campingplatz nach ner Dusche gefragt, die dann sogar umsonst war. Haben dann auf unsere Waesche dort gewaschen... Also den ganzen Tag auf nem Camping Platz verbracht. Wir wollten es drauf anlegen und die Nacht einfach da bleiben. Aber abends haben wir dann mitbekommen, dass die nach ner Gruppe suchen, die schon den ganzen Tag auf dem Platz rumlungern sollen... Schnell Sachen gepackt und weg :-)
Haben aber auf dem Camping nen englisches weibliches Trio kennengelernt, mit denen wir uns dann zu einem spaeteren Zeitpunkt wiedertreffen wollten...
Im Laufe des Roadtrips sind wir quasi taeglich aneinander vorbeigefahren, haben uns beim Einkaufen getroffen, oder an der tankstelle... War immer extrem witzig :-)
In den naechsten Tagen standen dann tolle Plaetze auf dem Programm:

Der Strand bei Johanna... Tolle Bilder konnte man da schiessen
Die Twelve Apostels
The Arch
London Bridge

Richtig tolle Momente, Ausblicke und Bilder gabs da... Und das Wetter hat auch immer mitgespielt. Wenn wir im Auto sassen, hats geregnet und wenn wir ausstiegen, kam die Sonne raus. Natuerlich haben wir regelmaessig auch wieder unsere neuen englischen Freundinnen wiedergetroffen...

Wir wollten von Warnambool in die Grampians fahren. Ein Nationalpark noerdlich der Suedkueste... Soll eine wunderschoene Gegend sein. Leider haben wir erfahren, dass es auch dort Ueberschwemmungen gegeben hat und viiele der Strassen zu den tollen Plaetzen unpassierbar sind. Schade... Also gings weiter an der Kueste Richtung Adelaide.

Nach der Great Ocean Road kamen wir an einen unbeschreiblich schoenen Strand mit Blick auf den Sonnenuntergang. Long Beach bei Kingston SE... SPontan haben wir uns entschieden dort einen weiteren Tag zu verbringen. War einfach toll und das Wetter war auch super.... Dort war nirgendwo ein Schild mit Camping verboten, also haben wir uns direkt an den Strand gestellt, mit Tuer zum Horizont... Einfach der Wahnsinn...

Vom Long Beach gings dann nach Victor Harbor, wo wir (mal wieder spontan) die Faehre fuer den selben Tag nach Kangoroo Island gebucht haben... :-) Teurer Spass, weshalb wir dann gesagt haben, dass mein Auto auf dem Festland bleibt und wir zu dritt mit einem Auto fahren und dann im Zelt schlafen...

Da wir in Victor Harbor wieder auf den Van der Englaenderin trafen haben wir diesmal einen Zettel am Fenster hinterlassen, dass wir noch am selben Abend auf die Insel fahren.
In Kangaroo Island haben wir fuer die erste Nacht einen Camping Platz gebucht. Da angekommen und das Zelt aufgebaut, fahren WIEDER die Maedels an uns vorbei und winken freundlich... Wir verbringen den Abend zusammen, lachen viel und entscheiden uns dann die ersten Tage auf der Insel gemeinsam zu verbringen.

Das Wetter ist leider nicht das beste gewesen, aber davon laesst sich eine deutsch-englische Kombo nicht abschrecken... Wir schauen uns direkt am ersten Tag die beruehmten Seeloewen der Insel an... Von da aus wollten wir dann nach Vivonne Bay um dort zu sandboarden. Auf dem Weg verlieren wir aber die Maedels... Wir drehen um und sehen dass sie liegengeblieben sind... Riemen gerissen... Na toll... Ich glaube in diesem Moment waren wir fuer die Maedels Wunder Nummer 1 :-) :-D um die zeit zu vertreiben, kochen wir am strassenrand, spielen etwas football auf der strasse und sitzen im auto und lernen uns besser kennen! zwischendurch schuettest mal wie aus eimern, oder die sonne scheint... gluecklicherweise werden sie abgeschleppt und noch am selben abend kann das auto wieder startklar gemacht werden... am abend in kingston schleichen wir uns in einen campingplatz und verbringen die nacht da... dusche und warmes wasser natuerlich inklusive :-)



ab dann konnte der trip aber endlich richtig losgehen. wir waren sandboarden, haben und seeloewen, kangoroos und koalas angeschaut, sind in den Flinders National Park gefahren und haben uns die wunderschoenen Remarkable Rocks und den Admirals Arch angeschaut. Da die Englaenderinnen ihr Auto am Montag abgeben mussten, haben sie uns schon frueher verlassen... Irgendwie vermisse ich sie! Sie waren zwar ein komischer lustiger Haufen, aber trotzdem liebenswert :-)

Wieder auf uns allein gestellt haben wir uns den Rest der Insel angeschaut. Verschiedene Leuchttuerme, tolle Straende, eine Honigfarm mit den seltenen Italienischen Bienen eine Eukalyptusdystllerie. Am Snelling Beach haben wir ein Gruppe  von 12-15 jaehrigen Kindern getroffen. Sie haben eine organisierte Schnorcheltour gemacht. Ich habe die Veranstalter gefragt wie es ist und ob das Wasser sehr kalt ist... Kurz bevor ich mich verabschieden wollte, habe ich einfach mal, ganz unverbindlich, gefragt ob wir uns 3 ihrer Neoprenanzuege ausleihen koennten. Natuerlich habe ich nicht damit gerechnet, dass wir welche bekommen, aber wer haette das gedacht, 10 Minuten spaeter standen wir knietief im Wasser und haben uns gefreut, dass wir schnorcheln gehen... :-) An dieser Stelle: Australier sind echt ein unfassbar freundliches Volk... Man wird jedes Mal aufs neue ueberrascht...

nach einer weiteren Nacht illegalem Campen in Kingscote und auf einem anderen Free Camping Platz gings dann auch wieder zurueck nach Cape Jervis, aufs Festland, wo mein geliebter Van steht :-)

Da mein Geld auf dem australischen Konto langsam weniger wurde und ich noch die Registrierung meines Vans verlaengern muss, wird es wieder Zeit einen Job zu finden....

Sonntag, 17. April 2011

14.03. - 31.03. Es lebe das Grape-Picking :-)

Obwohl ich wusste dass am 14.03. ein Feiertag war, kam ich leider nicht auf den Gedanken, dass alle Geschaefte zu haben :-) So auch das Harvest Office in Lilydale :-) Clever von mir... Meine Mum wuerde jetzt sagen: "Typisch Ilia!!!" - An dieser Stelle: Ich liebe dich Mum :-*

Aber zu meiner Verteidigung: Selbst die duemmsten Aktionen von mir, stellen sich kurz danach als absolut richtig heraus, wie meine Ankunft in Lilydale beweist. Bei meiner Ankunft in die Stadt konnte ich einen kurzen Blick auf den See erwischen. "Viel los da" - denk ich mir... Da das Buero zu hatte und ich nach etwas rumfahren im Ort von einer toten Stadt ausgehe, entscheide ich mich zum See zu fahren. Ich stelle mich auf den gefuehlt einzigen freien Platz auf dem Parkplatz. Neben mir steht ein weisser 4x4 Gelaendewagen und offensichtlich machen 2 Backpacker nen kleinen allgemeinen Motorcheck. Ich merke dass sie deutsch sind und komme mit ihnen ins Gespraech. Markus 28 und Axel 26, zwei Schwaben aus Naehe Stuttgart... Sie stellen sich als Wunder Nummer 5 heraus, denn wir verstehen uns gut und werden die naechsten Wochen gemeinsam verbringen (dazu spaeter mehr). Tolle Kerle... Es stellt sich heraus, dass dieser Parkplatz eine der ersten Anlaufstellen fuer alle Backpacker ist. Sie haben recht, denn ueberall stehen Vans und Station Wagon... Alles Backpacker...

Die Jungs geben mir eine Nummer von einem Contractor aus der Gegend, der Backpacker an Winzereien vermittelt, wo sie dann fuer 18,60 AU$ arbeiten duerfen. Der Preis ist nicht ueberwaeltigend, aber ok, ich will ja nicht meckern!! Ich rufe den Mann an und nur 3 Stunden spaeter habe ich meinen neuen Job und darf am naechsten Tag mit den Jungs auf dem gleichen Vineyard anfangen (Wunder Nummer 6).

Die ersten 2 Tage kommen wir auf unterschiedliche Winzereien wo wir mit unserer Supervisorin Melissa zusammenarbeiten. Es macht Spass und es ist nicht zu stressig. Am 3. Tag sollten wir auch eine Farm kommen, wo Melissas Mutter arbeitet, Helen, die dort unsere neue Supervisorin werden sollte. Diese Winzerei bezeichne ich einfach mal als Wunder Nummer 7, denn sie ist das was man sich unter einem perfekten Arbeitgeber vorstellen kann. Am ersten Tag hat unser Chef Russell uns erklaert wie wir picken (also pfluecken) sollen und worauf wir zu achten haben. "Nehmt euch Zeit! schaut euch die Fruechte genau an! Habt keine Angst Fruechte auf den Boden zu werfen, wenn ihr meint, dass sie nicht gut sind!" Der Vineyard ist ausgestattet mit einem perfekten Blick aufs Tal und man kann zwischen den Reben Kangoroos beobachten. Wir hatten dort eine tolle Zeit und es hat jeden Tag spass gemacht da zu arbeiten. Leider wurde es verhaeltnismaessig frueh kalt im Yarra Valley und morgens aufstehen wurde echt ungemuetlich. Durch das komische Wetter in ganz Australien und auch in Lilydale, reiften die Trauben langsamer und wir konnten nicht in einem Zug durcharbeiten. Fuer uns hiess das im Endeffekt: Ein Tag arbeiten, 2 Tage frei...





Also haben wir uns nach etwas mehr als 3 Wochen arbeiten dazu entschieden die Gegend zu verlassen und nen Roadtrip zu starten. Da Axel und Markus in die gleiche Richtung wollten, schlossen wir uns zu einem Konvoi zusammen....












Lustigerweise habe ich in Lilydale die ganze Franzosenbande aus den Snowy Mountains und Shepparton wiedergetroffen. Aymeric hat zu diesem Zeitpunkt noch ungefaehr einen Monat in Australien uebrig. Da ich alleine bin und gerne das Spritgeld teilen wuerde, biete ich ihm an bis Adelaide mitzufahren :-) Er sagt spontan zu und somit habe ich be der Abfahrt einen lustigen Franzosen neben mir sitzen, bei dem ich das Gefuehl habe, dass ich ihm Englisch beibringen muss :-) Aber er ist witzig und wir lachen viel...

Great Ocean Road ------ Ich koooooooooooooooooooooooomme :-)

12.03. - 14.03. Roadtrip-Luft schnuppern

Ja, da sitz ich nun im Auto...
Wo fahr ich jetz hin?? Das Gefuehl ist komisch, aber doch extrem reizend...

Erstmal nach Melbourne. Da war an diesem Wochenende das "Moomba-Festival". Zelda hat mir gesagt, dass es da sehr schoen, gross und interessant sein soll...
Da ich kein Plan hatte wo ich schlafen sollte, bin ich erstmal an den Strand von Melbourne, St. Kilda, gefahren. Ganz nebenbei: Grundsaetzlich ist es eine gute Idee zum Strand zu fahren, wenn man nicht weiss wo man schlafen soll und man nen Auto dabei hat. Am Strand gibts in der Regel Duschen, zumindest in Staedten. Ne Dusche waehrend einem Roadtrip ist oft Gold wert :-)
Also bin ich etwas durch St. Kilda getuckert und habe mich dann entschieden in ner Seitenstrasse zu parken und zumindest die erste Nacht zu verbringen. Abends habe ich mir dann noch etwas das Viertel angeschaut, bin in nen Rockerladen gelandet wo ich mir 2-3 Kaltgetraenke geleistet habe. Der Laden hat mir gefallen. Fuer alle die etwas auf Rock stehen, kann ich "The Espy" empfehlen. Jeden Abend Livebands auf 3 Buehnen. Melbourne ist echt ne tolle Stadt. Die Menschen pflegen einen lustigen Lebensstil... Sie kleiden sich extravagant und sehen nicht alle so gleich aus wie in Sydney. Ich bin begeistert...

Da ich am naechsten Tag aufs Festival wollte bin ich kurz nach 12 in meinen Van und habe am Strassenrand gecshlafen.... Komisches Gefuehl und es war auch relativ laut, da immernoch viele Autos an mir vorbeigefahren sind.
Das Moomba war echt interessant. Die Australier stehen scheinbar auf Festivals und freie Tage. Die Parkgegend um den Yarra River war brechend voll von Besuchern und es wurde alles geboten. Karussels, Geisterbahnen, Skater-Wettbewerbe, Music-Acts, Kunst, Wasserski, Sport, Tanz, einfach ALLES... Das Wetter war klasse und ich habe den ganzen Tag in der Stadt verbracht. Mittags habe ich noch Sabrina getroffen. Sie habe ich auf meinem Flug nach Sydney kennengelernt. Sie hat ein eigenes Auto und macht ihren eigenen Roadtrip. War mal wieder schoen deutsch sprechen zu koennen :-)
Spontan hat sie sich entschieden auch in meiner Seitenstrasse zu schlafen und so standen in der naechsten Nacht 2 Autos in einer ruhigeren Strasse am Rand und es schliefen Backpacker in ihnen...
Am Sonntag waren wir dann noch am Strand in St. Kilda bevor ich mich dann auf den Weg nach Phillip Island gemacht habe. Sabrina wollte schon zur Great Ocean Road duesen...









In Phillip Island hat mich ein extrem schlechtes Wetter erwartet. Ging super los, mein Roadtrip :-)
An schwimmen war nicht zu denken, also habe ich mir nur ein paar Straende aus sicherer Entfernung angeschaut und bin dann zum Seal Conservation Centre gefahren. Von dort konnte man dann ueber installierte Kameras Seeloewen beobachten (und fuer den Quatsch auch noch bezahlen). Nicht mit mir, also bin ich dann kurz nach meiner Ankunft auch schon weiter gefahren. Ich habe vorher gelesen, dass man sich in Phillip Island Zwerg-Pinguine anschauen kann, wie sie abends vom jagen zurueck in ihre Bauten watscheln...
Fuer unglaubliche 22$ konnte man sich einen kalten Betonsitzplatz am Strand anmieten, von wo aus man dann ueber eine Stunde auf Pinguine warten durfte... Das Ding hat sich eher maessig gelohnt, aber naja... Im Endeffekt habe ich ungefaehr 20 Pinguine in 20-60m Entfernung gesehn, wie sie sobald es dunkel genug war aus dem Wasser ueber den Strand in die Huegel verschwanden. Es waren Kameras und Fotos verboten, also habe ich kein Erinnerungsfoto ergattern koennen...



Da es schon dunkel war und ich nicht wirklich wusste, wo ich schlafen sollte, bin ich einfach in den groessten Ort der Insel, Cowes, gefahren. Da habe ich mich mal wieder an den Strassenrand gestellt und bin relativ schnell eingeschlafen. Mitten in der Nacht bin ich dann aufgewachte, waehrend mein Van von maessig bis vollbetrunkenen Australiern durchgeschuettelt wurde. Ich habe mich einfach tot gestellt, mit Erfolg, denn relativ schnell sind die Herrschaften abgezogen... In diesem Moment faend ichs besser zu weit unterwegs zu sein...

Am Montag war dann mal wieder ein australischer Feiertag - Labour Day. Nach nur einem Nachmittag und einer Nacht bin ich dann schon wieder aus Phillip Island abgehauen. Ich muss hier echt nochmal hin, wenn das Wetter besser ist. Vielleicht wenn ich irgendwann meine Runde um Australien gefahren bin, dann mach ich nochmal eine intensive Tour von Sydney nach Melbourne, Phillip Island natuerlich mit eingeschlossen :-) Ich hab ja Zeit, bin ja im Urlaub.... haha....

Aus irgendeinem Grund war ich an diesem Feiertag nicht so in Feierlaune, also habe ich mich dazu entschieden wieder nen Job zu suchen... Hab ja nicht schon vorher 4 Wochen gearbeitet :-) Deutscher Arbeitssucht... tzzz.....

Also hab ich mich auf den Weg ins Yarra Valley,oestlich von Melbourne, gemacht....

Dienstag, 29. März 2011

Shepparton --- 02.02.2011 - 11.03.2011

Ja, die Zeit in Shepparton ist auch jetzt vorbei und viele interessante, witzige, komische, unangenehme und traurige Dinge sind passiert...

Wir haben viel gearbeitet. In den ersten Wochen hatten wir noch verhaeltnismaessig oft frei, da das Wetter eher schlecht war und es oft geregnet hat. Patrick und ich haben Pfirsiche und Birnen gepflueckt. Was verdammt harte Arbeit ist. Man traegt den ganzen Tag eine Tasche vor sich her, die man mit den Fruechten fuellen muss. Da man aber so wenig wie moeglich die Leiter hoch und runter klettern moechte, fuellt man die Tasche auch gut und gerne einfach ueber den Rand hinaus. Die wiegt dann auch mal 20-25 kg, geschaetzt. Auf jeden Fall fuehlt sich die Tasche am Morgen leichter an, als am Nachmittag :-)

Durch meine Rueckenprobleme, die ich als pubertierender bekommen habe, hatte ich am Abend immer fiese Rueckenschmerzen. Zelda hat mich gelegentlich massiert oder den Ruecken eingerenkt. Aber wirklich viel gebracht hat das nicht. Naja, zum Schluss habe ich mir morgens immer 2 Schmerztabletten eingeschmissen um den Schmerzen mit Drogen entgegenzuwirken :-)

Die Bezahlung auf der Arbeit war ok. Man verdient pro gepflueckten Bin ungefaehr 30 AU$. Ich habe am Tag 4-6 Bins gepflueckt, was dann am Ende wirklich gutes Geld ist... Ich war zufrieden... Patrick ist die Akkordarbeit etwas zu Kopf gestiegen, er hat den Hals nicht vollbekommen. WOllte immer mehr, laenger, schneller :-) Da wir aber getrennte Traktoren hatten, war das OK fuer mich und ich habe den ganzen tag ueber mein fuer meinen Ruecken gesundes Tempo durchgezogen.



Neben der Arbeit wurden viele verschiedene Dinge gemacht. Hauptsaechlich haben wir das dann mit der ganzen "Familie" gemacht. Waren im Kino, sind nach Echuca gefahren, sind dort auf dem Murray River mit nem Dampfbetriebenen Paddelboot gefahren, haben den besten Fish & Chips Victorias gegessen, sind im Wald mit ner besseren Mofa rumgeduest, sind Kanu gefahren, haben am Wochenende etwas Party gemacht, was in Shepparton quasi unmoeglich ist, aber besser als nichts... Alles in allem wars ne tolle Zeit und ich bin Zelda sehr sehr dankbar dafuer, was sie fuer mich getan hat. Ganz selbstlos ihr Haus zur Verfuegung gestellt, uns vom ersten Tag an blind vertraut, uns Essen gekocht....

Vielen Dank an dieser Stelle fuer die tolle Erfahrung...


Witzig in Shepparton war, dass wir am 1. Tag mit unserer neuen Familie am staedtischen Lake waren und dort Kanu gefahren sind. :-)
Dort sassen wir dann ne Weile und wer kommt da mit dem Van vorgefahren??? Alex mit seinen anderen 3 franzoesischen Stadtmusikanten... Ihr erinnert euch... Die Pokerrunde in den Snowy Mountains :-)
Wir haben uns riesig gefreut einander zu sehen und natuerlich haben wir auch den ein oder anderen Abend miteinander verbracht... Hat einen riesen Spass gemacht... Ich mag das Team France :-)

Leider endete die Zeit in Shepparton nicht ganz rosig.

Patrick war im Picken um einiges schneller als, wenn ich 5 Bins gepickt habe, hat er 6-7 geschafft... Ich weiss nicht wie er das gemacht hat, aber es hat sich rausgestellt, dass seine Qualitaet alles andere als zufriedenstellend war. Beim Birnenpfluecken ist wichtig, dass der Stiel dran bleibt. Denn nur so verdient der Farmer Geld mit seinen Fruechten. Die Birnen werden dann naemlich nicht zu Saft verarbeitet, sondern an Geschaefte verkauft und es kann ein Kilopreis verlangt werden.
Naja, auf jeden Fall hat Patrick regelmaessig Feuer vom Chef bekommen, bis eines Morgens der Spass dann vorbei war und wir gefeuert wurden.

Da dies aber nicht das einzige Ding war, was Patrick sich geleistet hat und ich sowieso der Meinung war, dass wir nicht so gut zusammengepasst haben, habe ich mich dafuer entschieden, dass wir getrennte Wege gehen sollten... Ich habe Patrick seinen Anteil fuer den Van gegeben und bin dann alleine los.
Naja, irgendjemand hat dann irgendwem dann irgendwas erzaehlt und dann wurde es richtig unangenehm und jeder war sauer oder enttaeuscht vom andern. Jetzt ist Funkstille... Leider... Trotzdem bin ich sehr dankbar fuer die Zeit... Es war toll und wer weiss, vielleicht fahr ich nochmal nach Shepparton...

Naja, ich habe dann den Van reisefertig gemacht, habe einen Reifen in der Werkstatt wechseln lassen, da er schon ziemlich runtergeritten war und bin dann los Richtung Melbourne.....


Donnerstag, 24. März 2011

Wer haette das gedacht....

Da sind wir nun...
Im Picking-Business angekommen, Patrick hat miese Laune wegen seinem Geldbeutel und unsere neue Unterkunft fuer 30$ die Woche ist ne reine Zumutung.
Um den Geldbeutel wird alles in die Wege geleitet, wir fahren zur Polizei zum Touristmus Information, vielleicht wurde irgendwo was abgegeben.
Unterwegs faellt mir ein Schild auf: "Seventh-Day-Adventist-Church". "aha" denk ich mir... "da muss ich mal hin" verrueckterweise war an dem Tag Freitag und wir hatten Samstag komischerweise wegen Schlechtwetter frei... Ich entscheide mich am naechsten Morgen hinzugehen. Da an der Tuer nichts steht wann der Gottesdienst beginnt, bin ich Samstagmorgen schon um 9 Uhr am Start. Ich erfahre aber relativ schnell dass es erst um
10 Uhr losgeht.
Also setz ich mich ganz Touristenlike irgendwo in der Mitte des Saals ganz nach aussen. Ich bin aber nicht lang allein. Werde staendig begruesst, alle interessieren sich woher ich komme, was ich mache, wer ich bin, usw... :-) Im Gespraech werde ich zum gemeinsamen Mittagessen nach dem Gottesdienst eingeladen. Jawoll, ein freies Mittagessen :-)
Ich halte mich den ganzen Vormittag vornehm zurueck und geniesse das Mittagessen danach.
Mir wird ein Elektroingenieur vorgestellt, der irgendein hohes Tier in ner Firma in Shepparton ist. Kurz dnach komme ich dann mit einer 40-jaehrigen Frau namens Zelda ins Gespraech. Sie interessiert sich sehr fuer meine Situation und ich versuche ihr so gut es geht zu erklaeren wie ich lebe und was ich mache. Nach kurzer Zeit bietet sie mir ganz selbstlos an bei ihr und ihren 2 Kindern, Berenice (16) und Nathan (14), zu wohnen so lang ich in Shepparton bin (Wunder Nummer 4). Ich weiss nicht was Patrick dazu sagen wuerde und sage ihr dass ich zuerst mit meinem Travelmate sprechen muss.
Nach dem Essen werde ich nicht gehen gelassen sondern fahre mit Berenice und Nathan zu ihnen nach Hause um einen ersten Eindruck zu bekommen, was uns erwarten koennte... :-)
Es ist ein schoenes kleines, amerikanisch aussehendes, afrikanisch eingerichtetes Haus. Zelda ist Suedafrikanerin und ist alleinerziehend, ihr Ex-Mann ist Rumaene, weshalb Nathen und Berenice auch etwas dunklere Haut haben.


Nachdem auch die Mutter zu Hause eintrifft entscheiden sich alle zum Kanal zu fahren um von einer Bruecke zu springen... Soll angeblich ein Riesenspass sein :-) Das Wetter ist aber leider nicht so toll, also entscheide ich mich zwar mitzufahren aber nicht ins Wasser zu gehen...
Das ganze machen sie normalerweise mit Gary, einem anderen Mann aus der Kirche und Farmer, und seiner Familie. Er hat einen Anhaenger wo man hochklettern kann und dann von einem hoeheren Punkt runterspringen kann... Sieht witzig aber nicht ganz ungefaehrlich aus :-)

Naja, ich lass mich nach dem Riesenspass von Zelda zur Farm fahren und spreche noch am selben Tag mit Patrick ueber ihr Angebot. Er ist sofort einverstanden. Ich schreibe ihr eine SMS und wir koennen am Sonntag, den 06.02. einziehen....



30.01.2011 - Der Roadtrip geht los....

Am 30.01. ging unser Roadtrip los...
Da wir die Katze im Sack gekauft haben, mussten wir erstmal schauen, wie unser neues Auto, namens Ente bzw. Duck, ueberhaupt ausgestattet ist. Also erstmal alles raus... Naja, im Prinzip ist alles drin, Geschirr, Besteck, ein Zelt, Decken, Kissen, Matratze, Campingkocher, etc.
Alles wurde erstmal grundgereinigt und gewaschen.... Dann gings los...

Man muss sich echt erstmal an das Leben gewoehnen. Jeden Morgen in den Atlas schauen und spontan entscheiden wohin die Reise geht.
Zum Glueck waren bei unserer Ente auch noch ein Navi und ein Stromumwandler fuer den Zigarettenanzuender inklusive... Also wissen wir wos hingeht und koennen alle elektrischen Geraete aufladen. Ihr glaubt gar nicht wieviel sowas wert ist...



Wir entschieden uns erstmal Richtung Sueden die Kueste entlang zu fahren. Haben uns den Royal National Park unter Sydney mit dem wunderschoenen Garie Beach angeschaut und sind die Kueste bis Batemans Bay runtergefahren. Von da aus gings dann ins Landesinnere in die Snowy Mountains. Da waren wir dann auf dem hoechsten Punkt in Australien, auf der Spitze des Mount Kosciuszko mit 2228 m. Leider waren es bis dahin 9 km Fussmarsch also hatte ich auch nach den Blue Mountains meinen mittlerweile 2. Wandertag... :-) Kaum vorstellbar, dass in den Snowy Mountains Ski gefahren werden kann. Australien und Schnee ergibt normalerweise wenig Sinn in einem Satz :-) Ueberall waren Lifts und Abfahrten... interessant...



Die Nacht haben wir auch in den Snowy Mountains verbracht. Auf einem kleinen "Camping-Platz" mit Plums-Klo... Dort haben wir dann eine Gruppe Franzosen namens Alex, Aymeric, Marie und Tiphaine kennengelernt, 2 Kerle & 2 Maedels... Unsere erste Erfahrung mit
 anderen Backpackern. Sie haben uns dann zum Pokerspielen eingeladen und wir haben bis tief in die Nacht gespielt und auf gebrochenem Englisch unterhalten... Es war sehr sehr witzig...

Am naechsten Tag ging die Reise weiter und wir haben uns mal mit der Harvest Hotline vertraut gemacht. Diese Hotline gilt fuer ganz Australien. Wenn man Arbeit im Erntebereich sucht, kann man einfach diese Nummer anrufen, man sagt wo man ist und die netten Menschen am anderen Ende geben einem Namen, Nummern und Adressen von moeglichen Arbeitsstellen.

So haben wir dann von Shepparton erfahren. Die Harvest Hotline hat uns versprochen, dass wir dort innerhalb der naechsten Woche garantiert Arbeit finden... Das ist doch unser Ding dachte ich mir :-) Also machten Patrick und ich uns auf den Weg ins 200km noerdlich von Melbourne gelegene Shepparton.

Leider kamen wir am spaeten Nachmittag an, also hatte schon alles zu. In Australien machen naemlich schon die meisten Laeden um 5 Uhr zu... Was fuer ne dumme Gewohnheit... Nunja...
Da wir schon mehrere Tage nicht wirklich geduscht haben entscheiden wir uns ins oertliche Schwimmbad zu gehen um noch ein paar Bahnen zu schwimmen... Hat das gut getan...

Da wir auch noch recht frisch im Roadtrip und Wild-Camping-Geschaeft sind, wissen wir nicht so richtig wo wir die Nacht bleiben sollen. Also entscheiden wir uns etwas aus dem Ort rauszufahren und stellen uns schliesslich in nem Industriegebiet an den Strassenrand. Eine schreckliche Nacht hat uns da erwartet. Moskitos ohne Ende, wir lagen die halbe Nacht wach und haben versucht diese zu jagen...

Am naechsten morgen sind wir dann total fertig zum Harvest Office von Shepparton gefahren um uns als willige deutsche Arbeiter anzumelden... Wir gingen eigentlich mit der Erwartung dahin, dass sie sich um jeden Arbeiter reissen und uns sofort zu einer Farm schicken!! Pustekuchen... Wir haben unsere Nummern hinterlassen und haben das Buero mit dem Versprechen verlassen, dass wir von den Leuten hoeren werden...
Leider war das nie der Fall!!Uns ging das alles zu langsam. Wir waren gewillt in kurzer Zeit viel Geld zu machen. Also sind wir die Strasse entlang gefahren von wo wir nach Shepparton gekommen sind. Bei der ersten Farm hielten wir an und ich habe mit dem Chef gesprochen ob sie Arbeit haben. Er machte einen Unentschlossenen Eindruck und so hinterliess ich auch dort meine Handynummer und wir zogen ab.

Dann kam der Schock... Patrick hat seinen Geldbeutel mit 150$, Kreditkarten und Sonstigem verloren. An einer Parkbank haben wir den ganzen Van auf den Kopf gestellt um das doofe Ding zu finden... Aber es war weg... Vermutlich wurde es im Schwimmbad entwendet, aber es haette genauso gut UEBERALL sein koennen. Waehrend wir den Van wieder einraeumten rief mich der Farmer von vor 3 Stunden wieder an. Wir koennen SOFORT anfangen (Wunder Nummer 3). Jackpot... Also schnell alles ins Auto und zur Farm... Viel Zeit um Klamotten zu kaufen blieb nicht also habe ich direkt das anbehalten was ich hatte... So habe ich meine schoenen schwarzen Lacoste-Schuhe an das Fruit-Picking verloren... Naja...Frueher oder spaeter haette es auch die zersaegt...

An der Farm angekommen bekommen wir nen eigenen Traktor mit 4 Kisten, "Bins" genannt, und duerfen direkt anfangen Pfirsiche zu pfluecken. Ungluecklicherweise hatten wir an dem Tag gefuehlte 100 Grad und es wurde ein kleiner Haertetest... Auch da muss man manchmal durch.

Als Unterkunft hat der Farmer uns angeboten im Farmeigenen Caravan-Park zu wohnen. Wir bekommen nen Wohnwagen der alles andere als lecker aussieht.... Ich entscheide mich weiterhin im Van zu schlafen, der wirkt mir viel sauberer als der komische Wohnwagen...